Historische Kornmaschinen am Radweg

Kornmaschinen, Baujahr 1903, werden ab dem 18. September am Radweg zwischen Rabland und Partschins zum Verweilen einladen. Der Technikschauplatz wird am Donnerstag 18.9.08 um 16.00 Uhr der Bestimmung übergeben Der Vinschgau war einst die Kornkammer Südtirols. Die damals benutzten Maschinen zur Bearbeitung des Korns waren echte Prestigeobjekte. Heute haben sie Museumswert. Die Agrarlandschaft des Vinschgaus hat sich vom Kornanbau zum Apfelanbau gewandelt. Die früher sumpfigen Etschauen werden dank der Etschgenossenschaft als wertvoller Kulturgrund genutzt.
Die drei Kornmaschinen, die am nahen Moarhof in Rabland im Einsatz waren, stammen aus der Schausammlung landwirtschaftlicher Geräte von Johann Bonani. Es handelt sich um eine Mähmaschine, einen Schwadenzieher und einen Gabelwender.
Die Mähmaschine (Marke Laverda Modell 48A, Breganze, Vicenza) wurde von zwei Pferden in rascher Gangart gezogen. Damit konnten an einem Tag rund vier Hektar gemäht werden. Dies entspricht einem Leistungspotenzial von zirka 10 Arbeitskräften. Der seitlich angebrachte Mähbalken war mit einem Scherwerk versehen, das aus Fingern und Messern bestand. Es wurde von der Radachse aus in Bewegung gesetzt. Während einer Umdrehung des Rades schlossen sich die Scheren bis zu 50 Mal.
Der Schwadenzieher aus der Landmaschinenfabrik Julius Kienz, Kufstein, Baujahr 1903, wurde meist zweispännig gezogen und war nur auf ebenen Wiesen einsetzbar. Durch das Zusammenspiel der Kämme wurde das Heu rechts und links aufgehoben, von den höher gelegenen Stiften abgenommen und weiter nach oben befördert. So entstand die Schwade, auch Strang oder Wandel genannt.

Die Wende- bzw. Kehrmaschine ebenfalls aus der Landmaschinenfabrik Julius Kienz, Kufstein, Baujahr 1903, war auch nur auf ebenen Flächen im Einsatz. Zumeist acht Gabeln wurden über Zahnrad, Antriebskette und Pleuelstange in Bewegung gesetzt und warfen das ausgebreitete Heu oder Korn vom Boden auf. Der Hebel am Fahrersitz kuppelt den Antrieb des Zahnrades aus und bringt die Gabeln zum Stillstand.

In einem spontan gedrehten Streifen hat der Algunder Bauer Sepp Martin vom Egenhof in den Jahren der Option 1939-1940 den bäuerlichen Alltag mit einer Schmalfilmkamera festgehalten. Arbeiten, wie das Pflügen mit heute archaisch anmutenden landwirtschaftlichen Geräten, die damals übliche Heumahd in den Obstgärten oder die Erntearbeit werden mit filmischer Dramaturgie dokumentiert. Schauplatz ist der Eingang des Vinschgaus, wo auch die historischen Kornmaschinen im Einsatz waren. Die Dokumentarfilme, derzeit von der Gemeinde Algund verwahrt, sollen künftig mit jahreszeitlichem Bezug zur landwirtschaftlichen Tätigkeit öffentlich dargeboten werden
Die drei Maschinen sind in der mechanischen Werkstätte in Algund, die bereits seit 1905 mit Landmaschinen, Pumpen, Seilbahnanlagen und Turbinen Südtiroler Industriegeschichte geschrieben hat, von Hans Trojer vorbildlich restauriert worden. Die wissenschaftliche Recherche hat Hans Griessmair durchgeführt. Die Kornmaschinen wurden auf Initiative des Kuratoriums für Technische Kulturgüter im Rahmen der Technikmeile am Radweg in Rabland aufgestellt. Die Installation des Technikschauplatzes wurde von den Architekten Markus Scherer, Meran und Mario Haegele, Stuttgart entworfen. Für das Licht zeichnet der Innsbrucker Lichtberater Dieter Bartenbach verantwortlich.
Die Initiative wurde unterstützt durch:
Land Südtirol, Stiftung Südtiroler Sparkasse,
Gemeinde Partschins, Tourismusverein Partschins, Rabland, Töll, Etschgenossenschaft Naturns Töll, Wildbachverbauung, Amt für Strassendienst Burggrafenamt, Elpo Elektrotrechnik Bruneck