Technikmeile wird weiter ausgebaut Die Arbeit in den kommenden Monaten steht ganz im Zeichen von Engagement und Kreativität. Dank vernetzter Volontariatsarbeit und der zahlreichen Kulturpartnerschaften soll das Bewusstsein für technische Kulturgüter geschärft und vertieft werden. Wie auch in anderen Jahren werden anhand von Highlights Technikschauplätze erschlossen und ins Rampenlicht gestellt. Technikdenkmäler und ?orte mit nutzungsbezogenem Öffentlichkeitscharakter sollen einer breiten Bevölkerungsschicht nahe gebracht werden, indem neue Zielgruppen mit dem Thema vertraut gemacht werden. Das erfreulich starke Echo unserer Aktionen und Veranstaltungen bei Publikum und Presse hat uns zunehmend Schubkraft verliehen, um Erprobtes weiterzuführen und Neues zu beginnen.
TECHNIK-MUSEUM / TECHNIKMEILE
In Fortsetzung unserer Museumsprojekte, die real als Technikkulturmeile mit über 50 Schauplätzen längs des Südtiroler Fahrradwegenetzes und virtuell als stille Sammlung im Internet (www.technikmuseum.it) schrittweise vorangetrieben werden, sollen Technikobjekte in den verschiedensten Sparten (Bergbahnen, Kraftwerke, Bahnhöfe, Maschinen) innovativ erfasst und in einen zeitgeschichtlichen, kritischen Kontext gestellt werden. Nach dem Südtiroler Vorbild soll die Meile vom Brenner nach Innsbruck eine attraktive Fortsetzung erfahren. Markante Highlights sind u.a. funktionstüchtige Wasserkraftwerke aus der Stunde Null der Stromerzeugung in Gries a.B. und in Matrei, die Europa- und Stephansbrucke, Patscherkofelbahn, Adambräu, Hochbauten der Brennerbahn, Römerstrasse mit Strassenzollamt am Brenner.
UMSETZUNG LEITSYSTEM FAHRRADWEGENETZ
Das in Projektpartnerschaft mit der Fakultät für Design erarbeitete Leitsystem für Technikdenkmale längs der Fahrradwege wird nach und nach verwirklicht. Jeder gekennzeichnete Schauplatz wird eigens durch eine einheitliche Beschilderung (Bildmarke in Abstimmung mit öffentlichen Stellen) ausgewiesen. Auf Wunsch der Landesregierung wird in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt eine Erhebung all jener Kulturgüter und Denkmäler erarbeitet, die wie die Technikdenkmale, mit dem landesweiten Radweg im Blickkontakt stehen. Ziel ist es sämtliche Sehenswürdigkeiten längs der Fahrradachsen mittels eigener Beschilderung zu kennzeichnen.
FILME DREHMOMENTE UND RADFÜHRER
Der Radführer (Sportler-und Kompass-Verlag) mit eigenen Thementouren wird im Frühjahr 2009 auch in italienischer Sprache erscheinen. Eigene, leicht lesbare Karten mit Kurzbeschreibung weisen auf die Schauplätze hin. Mit Kurzfilm-Dokumentationen (TV- Serie Drehmomente im Rai Sender Bozen) werden die Technikmonumente filmisch festgehalten und einem breiten Publikum präsentiert. Die bewährte Zusammenarbeit mit RAI und dem Landesamt für AV-Medien wird weitergeführt. Sämtliche Filme können ausserdem von Schulen oder Interessierten kostenlos bei der Landesfilmstelle ausgeliehen werden. Themenschwerpunkte sind u.a.die Erschliessung des Skitourismus samt technischem konw how, (Die Erfindung der Schneekatzen, Prinoth; die Schneekanonen, Kastlunger und Stubenruss;) Schwerindustrie (Militärfahrzeuge und Sonderfahrzeuge, Lancia) Lawinenverbauung und Ingenieurbauten, Kalkbrennöfen im Pustertal, Venzianer- und Bergsägen, Portraits grosser Pioniere: Negrelli und Riehl; Industriebetriebe der Gründerzeit (Forst, Scheidle, Mössmer).
KORNMASCHINEN IM VINSCHGAU
Der Landmaschinen-Schauplatz aus der Sammlung von Johann Bonani am Radweg in Rabland konnte als beliebtes Ausflugsziel punkten. In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Tourismusverein soll im Juni ein Filmevent gestaltet werden, an dem mit jahreszeitlichem Bezug Filme aus den 1930 er Jahren gezeigt werden, in denen die Heu- und Kornmahd dokumentiert wurde.
DRUCKERPRESSE BRIXEN
Auf Betreiben des Kuratoriums für technische Kulturgüter wurde die hölzerne Druckerpresse aus der Mitte des 16. Jahrhunderts in den landesweiten Technikparcours aufgenommen. Die kleine musealisierte Schauecke in der Buchhandlung Weger in der Brixner Altstadt ist ein erster Ansatz, um über das Druckerhandwerk, das in der Brixner Bischofsstadt unmittelbar nach dem Trientner Konzil
aufblühte, Aufschluss zu geben. Geplant ist der Ausbau der Sammlung, die von den Anfängen der Druckerkunst bis zu den heute im Einsatz stehenden high tech Anlagen alles bietet und damit sogar dem Gutenberg-Museum in Mainz den Rang streitig machen dürfte.
SCHAUBAHNHOF KLAUSEN
Der Bahnhof wird zum öffentlichen Treffpunkt mit Erlebnis-Qualität. Mittels Lichtinszenierungen, vandalensicherer Musealisierung, Animation und Info-Angeboten dank der Partnerschaft mit der RAS, Gemeinde Klausen und SMG soll das Flair der klassischen Bahnhofs-Atmosphäre erhalten und neu aufgewertet werden. Die baulichen Sanierungsarbeiten werden fortgesetzt und dürften im Frühjahr 2009 abgeschlossen sein.
E-WERKSBESPIELUNG KARDAUN u. SAND IN TAUFERS
Nach dem musikalischen Renner ?Nacht der Soprane? 2003 mit den Grödner Sopranen soll das älteste Etschwerkekraftwerk im Bozner Raum anlässlich einer Neuadaptierung als Besucher-Kraftwerk wieder ein breites Publikum begeistern. Im Frühsommer wird das Kraftwerk als Technikschauplatz eröffnet. Für das historische Technikjuwel in Sand in Taufers, das in den Kontext einer ?Energiekaskade? gestellt werden soll, wird das Kuratorium einen Vorschlag für die Aufwertung mit Neunutzungsansätzen erarbeiten.
KASTELRUTHER HALTESTELLE
Der Technikschauplatz Kastelruther Haltestelle hat Beispielcharakter: die Haltestelle zählt zu jenen Hochbauten der Bahn, die nicht wegen ihrer spektakulären Bauausführung ins Auge stechen, sondern weil es sich hierbei um den einzigen in der Holzständerbauweise original erhaltenen Haltepunkt der Brennerlinie handelt. Eine Restaurierung in Zusammenarbeit mit Bezirksgemeinschaft, Gemeinde Kastelruth, Wildbachverbauung und Berufsschule Brixen sowie anderen steht auf dem Programm.
(grenze) BRENNER PASS
Nach der viel beachteten Ausstellung ?(Grenze) BRENNER PASS? im Architekturarchiv der Universität Innsbruck und an der Universität Bozen sollen die Exponate im Einverständnis mit der Autobahnverwaltung in der geplanten Raststätte dargeboten werden. In Ergänzung soll der gleichnamige Film in Deutsch und Italienisch die Dauer-Ausstellung bereichern, die im Foyer der Seminarräume eingerichtet wird.
WEICHEN UND WAHRZEICHEN
Das Südtiroler Bahnhofsensemble im Kern aus der Zeit der Donau-Monarchie ist in seiner Geschlossenheit europaweit ein Unikat. Daher wurde die Bahnlandschaft Bozen Innsbruck mittels Dokumentation, Tagung und Ausstellung thematisiert. Die Exponate der Schau, mit den Bauaufnahmen der 20 Bahnhöfe und erstklassigem Fotomaterial aus der Kamera von Walter Niedermaier und Christof Lackner sollen in einer Dauerausstellung am Bahnhof Franzensfeste gezeigt werden. Die Bahnverwaltung RFI hat dem Kuratorium hierfür eigene Räumlichkeiten mittels kostenlosem Leihvertrag zugewiesen. Die Ausstellung Weichen und Wahrzeichen, gezeigt im Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck, in fahrenden Zügen in der historischen Region Tirol und in den Bahnhöfen von Innsbruck und Bozen, soll so weiterhin Nachhaltigkeitseffekt haben.
Als besonderen Akzent anlässlich der 150 Jahre Südtiroler Bahn und Eröffnung des Bozner Bahnhofs nach Plänen von Alois von Negrelli ist eine digitale Ausstellung im Bahnhofsfoyer geplant.
KELLERWELTEN Nach Bauaufnahmen und Erhebungen im Rahmen einer Projektarbeit der Universität Innsbruck sollen die historischen Girlaner Keller in ihrer einzigartigen vernetzten Struktur dokumentiert werden. Dies, weil die Keller als technikgeschichtliches Unikat weit mehr als ?nur? über den Weinbau im Überetsch aussagen. Sie gelten als die historischen informativen Wurzeln, die über den Transport der wertvollen Weinfracht, den Ausbau der Verkehrswege, die Ausbildung des Frächterwesens, die eigenen Hofstellen längs der Brennerstrasse für die zinspflichtige Weinbeförderung und die kulturgeschichtlichen Aspekte des Austausches zwischen Süd und Nord Aufschluss geben. Die Arbeit soll in enger Zusammenarbeit mit den Instituten für Baugeschichte und Gestaltung publiziert werden.
DOKU-STELLE FÜR ZEITGESCHICHTE
Das Kuratorium für technische Kulturgüter hat in nunmehr erprobter Zusammenarbeit dank der Medienkompetenz des Amtes für Audiovisuelle Medien einen Fundus an zeitgeschichtlichen Dokumenten in Film und Ton recherchiert und dokumentiert, die sich in öffentlichem wie privaten Besitz befinden. Das erhobene Material wird in öffentlicher Verantwortung aufbewahrt, professionell archiviert, katalogisiert und Interessierten zur Verfügung gestellt. Partner sind neben dem Landesarchiv verschiedene Institutionen. Eine projektbezogene Weiterführung der Arbeiten wäre vorprogrammiert.
THEMENWEG IM TECHNIKDREIECK ?Stromlandschaft? LANA MARLING ALGUND
In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Marling, dem E-Werksbetreiber Edison, Berufsschule Meran, Heimatpflegeverband Marling und Privaten ist die Errichtung eines Themenweges geplant, der unter dem Motto ?Stromlandschaft? das Kraftwerk Marling, Sammelbecken und Druckrohr über den Waalweg zur Töll, und als Option, die Forst und die Metallwerkstätte Trojer innovativ verbindet.
GEDENKJAHR ANDREAS HOFER 2009
Im Rahmen der Feiern zum Gedenkjahr 2009 wird sich das Kuratorium in die Kulturinitiative ?Vom Heldenberg zur Sportarena. Bauten und Projekte für den Bergisel 1809-2009? des Archivs für Baukunst, Uni IBK, mit einbringen. Die in Algund vom 15. 5. bis 28.6. 09 geplante Freilichtausstellung im Vorfeld der Volksschauspiele ?Andreas Hofer? besteht aus wetterfesten Tafeln, auf denen neben dem fiktiven Bergisel-Schauplatz auf der Schauspiel-Bühne auch der wirkliche Bergisel bei Innsbruck in seiner wechselvollen Geschichte näher gebracht und in der Bedeutung für Gesamt-Tirol attraktiv vermittelt wird.