Bereits zum fünften Mail wird die beliebte Veranstaltung, bei der sich alles um die Technikkultur und den elektrischen Strom aus Wasserkraft dreht, im Kraftwerk von Kardaun ausgerichtet. Die Technikkathedrale öffnet am Samstag, 17. September 2011 ihre Tore. Die Veranstaltung wird im Rahmen der landesweiten Langen Nacht der Museen abgehalten. Verblüffende Zaubertricks und spannende Experimente vermitteln anschauliches Hintergrundwissen für physikalische Phänomene rund um den elektrischen Strom. Folgende Experimente werden an Demotischen vorgeführt:
Bernstein und die Elektrostatik; Glockenspiel aus der Influenzmaschine; Entladungsblitze aus dem Bandgenerator; die Leiterschaukel; die Wicklung im Magnetfeld; Sklaven aus der Steckdose; der Elektromotor; Strom produzieren; Senden und Empfangen; Energie und Automation; gegrilltes Würstel; magischer Strom;
Angeboten werden zeitgleich auch Führungen im Kraftwerk von 15.00 – 19.30 Uhr.
Eine Initiative des Kuratoriums für Technische Kulturgüter in Zusammenarbeit mit der Geometer- und der Gewerbeoberschule Bozen und SE Hydropower
Historische Eckdaten zum Kraftwerk Kardaun:
Das 1929 nach SIDI-Präsident Carlo Cicogna benannte, nach Erst-Entwürfen der Münchner Bauunternehmung Sager & Wörner (1911) und im Faschismus nach dem Ausführungsprojekt von Gaetano Ganassini gebaute Kraftwerk war seinerzeit das größte Europas. Ein nahezu unbekannter Entwurf vom Wasserschloß stammt von Clemens Holzmeister und wird in der Wiener Albertina verwahrt. Von Eugenio Mollino sind die Pläne für das Krafthaus. In seiner Monumentalität betont es die architektonischen Stilelemente des italienischen Rationalismus. Das Kraftwerk war Experimentierfeld für verschiedene Pionierleistungen, die beim Bau anderer Kraftwerke im oberitalienischen Raum umgesetzt wurden. Dank amerikanischem Wissensstand sorgten 220.000 Volt Hochspannungsleitungen für den Stromtransport über die Köpfe der einheimischen Bevölkerung hinweg in die Idustriezentren von Marghera und Cislago. Die Wasserfassung befindet sich in Kollmann, 15 km weiter nördlich vom Standort des Kraftwerks entfernt.
Das Eisack-Wasser strömt durch einen Tunnel im Berg bis nach Kardaun, fließt dort durch die Druckleitungen (Fallhöhe 165 m) und trifft auf 5 Francis-Turbinen. Heute produziert das Werk rund 700 GWh, 12 Prozent der gesamten Stromproduktion Trentino-Südtirols.
Die Anlage ist seit 1973 voll automatisiert und ferngesteuert.
Das Kraftwerk ist heute einer der Schauplätze der Südtiroler Technikmeile längs des landesweiten Radwegenetzes.