Bahnhofsremise in Kaltern ist seit gestern 30.6.26 Geschichte.

Refunktionalisierung und Neunutzung statt Abriss

© Gregor Khuen Belasi

In Südtirol hat man vom schmerzhaften Abriss der Negrelli Halle am Bozner Bahnhof nichts gelernt.

Nicht das Entweder Oder, sondern das Sowohl als Auch sollten die neuen Kriterien sein, wenn es um qualitätvolle Bauten geht, die Neubauprojekten weichen sollen.

Im Zuge der Neugestaltung des ehemaligen Bahnhofsareals in Kaltern ist die Remise der Überetscherbahn der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Aus der Sicht des Kuratoriums sollte die Remise in das Neubauprojekt intelligent integriert werden. Es handelte sich um die älteste noch im Urzustand bestehende Remise einer Bahninfrastruktur innerhalb der Europaregion Tirol. Die städtebauliche Umstrukturierung PSU im Bereich des Kalterer Bahnhofsgeländes kann starten. Mit dem Abriss der Ersten Kellerei wurde der erste Schritt gemacht, dem weitere folgen. Die Remise war als Wagenhalle, Werkstätte und Depot der Überetscherbahn 1898 nach einem Projekt von Eisenbahnpionier Josef Riehl errichtet worden. Im Inneren befanden sich noch die Geleise und eine Werkzeug Tafel.

Abgesehen vor der Neunutzung der Remise, z.B. als Fitnesshalle, Teil des geplanten Einkaufszentrums, eines Öko-Hubs, Parkhauses, Schule, Markthalle oder gar einer

Abstell- und Wartungshalle einer möglichen neuen Übertscherbahn, hätte die Remise als ein Industriedenkmal im Neubauprojekt besondere Strahlkraft gehabt. Die Devise lautet: Alt mit Neu.

Auch die Landeskonservatorin Karin Dalla Torre bedauerte den Abriss. Die Landesregierung hätte sich gegen die vom Amt vorgeschlagene Unterschutzstellung und Erhaltung ausgesprochen.