74. „Apfelexpress“ Lana–Burgstall
Zu den technikgeschichtlichen Highlights Südtirols zählt das Ensemble beim Bahnhof Lana–Burgstall. Es umfasst die historische Fachwerkbrücke über die Etsch, eine E-Lokomotive der ehemaligen Trambahnlinie, den „Salix Dome“ sowie eine Ausstellung zur Etschregulierung. Im Naherholungsgebiet entlang des Radwegs Meran–Bozen treffen Natur und Technik in anschaulicher Weise aufeinander.
DATEN
Bis 1974 rollte der sogenannte „Apfelexpress“ über die Eisenfachwerkbrücke – die großen Zeiten der Bahnlinie lagen da jedoch bereits hinter ihr. In ihren besten Jahren, bald nach der Eröffnung im Jahr 1913, stellte die von Josef Riehl, dem „Eisenbahnvater Tirols“, geplante Strecke eine wichtige Anbindung an das übergeordnete Eisenbahnnetz der Donaumonarchie dar. Sie bediente im 20-Minuten-Takt elf Haltestellen. Die Bahn transportierte sowohl Fahrgäste als auch Güter – allen voran Äpfel, die einst bis an den Zarenhof nach Sankt Petersburg geliefert wurden. Anfangs wurde die Bahn von der Direktion Innsbruck der kkStB betrieben, nach dem Ersten Weltkrieg übernahmen zunächst die A.G. Burgstaller Bahn und später die Trambahn Lana–Meran den Betrieb. Ab Juli 1959 ersetzten Omnibusse den Personenverkehr
Der neu angelegte, mäandrierende Wasserlauf erinnert an die ursprüngliche Fluss- und Auenlandschaft vor der Etschregulierung. Er ergänzt die historische Dimension des Ortes um eine naturräumliche. Erholung finden Besucher im sogenannten Weidendom – einer lebenden Architektur aus geflochtenen Salixruten. Ein markanter Blickfang ist die restaurierte Lokomotive der Trambahnlinie Lana– Meran, die – ebenso wie ihre Zwillingslokomotive am Tribusplatz in Lana – im Jahr 2025 zum zweiten Mal fachgerecht überarbeitet wurde.



