Kaserbachwerk
Das Kraftwerk am Kaserbach
Das 1956 erbaute Kaserbachwerk sollte Lüsen mit Strom versorgen. Doch schon bald reichten seine Kapazitäten nicht mehr aus, weshalb mehrere Erneuerungs- und Erweiterungsarbeiten vorgenommen wurden.
Nun besitzt das Kraftwerk eine neue Druckrohrleitung und neue Maschinen.
Ein Teil des Rückgabewassers fließt in den Speicher der Beregnungsanlage „Natz und Umgebung“, deren Rohrleitung teilweise längs der Lüsner Straße verläuft. Aus diesem Grund konnte das Kraftwerk das starke Gefälle unterhalb des Krafthauses nicht ausnutzen.
DATEN
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts existierte in Lüsen lediglich ein kleines Gleichstromwerk im „Mairhofer Loch“, das die nähere Umgebung und das Dorf mit Licht versorgte. 1949-50 wurde in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Elektrizitätswerk Brixen eine Stromförderleitung von Natz nach Lüsen gebaut. Vom städtischen Elektrizitätswerk Brixen wurde auch der elektrische Strom bezogen. 1955 gründeten 15 Mitglieder die Elektrizitätsgenossenschaft Lüsen und errichteten das Kraftwerk am Kaserbach, dessen Stromproduktion (Leistung 180 kW) für die Eigenversorgung des gesamten Gemeindegebietes gedacht war. Beim Bau des Kraftwerkes wurde eine eigene Drahtseilbahn zum Materialtransport für die Druckrohrleitung und die Wasserfassung errichtet; die Straße ins Kaserbachtal musste verbreitert und die Brücken verstärkt werden. Der Aushub für die Druckrohrleitung wurde per Hand ausgeführt. Ein Großteil der Arbeiten wurde von lokalen Firmen übernommen.
Schon 1966 reichte die Leistung des Kraftwerkes bei Spitzenbedarf nicht mehr aus, so dass die Genossenschaft teuren Strom vom E-Werk Brixen zukaufen musste.
1993 wurden die Maschinen (Turbine, Generator und Transformator) des E-Werks Lüsen mit einem Kostenaufwand von ca. 300 Millionen Lire vollständig erneuert und somit eine stärkere Leistung erzielt.
Im Herbst 1999 wurde die Druckrohrleitung vollständig erneuert und damit eine höhere Leistung sichergestellt. (Kostenpunkt: ca. 500 Millionen Lire).
Weitere Informationen sind unter „Baugeschichte“ des Kraftwerkes Lasankenwerk zu finden.
Das Kaserbachwerk ist ein Laufwasser-Kraftwerk. Das vom Kaserbach abgeleitete Wasser (maximal 92 l/s) gelangt über das Beruhigungsbecken und die Druckleitung, die längs des Forstweges verläuft, zum Kraftwerk. Die Leistung ist daher von der Wasserführung des Kaserbaches abhängig und weist erhebliche jahreszeitliche Schwankungen auf. Das aus dem Werk austretende Wasser gelangt zum Teil in das Becken der Beregnungsanlage Natz-Rodeneck, der Rest fließt in den Bach zurück. Seit dem Umbau 1993 wird das Kraftwerk im Parallelbetrieb mit dem öffentlichen Netz (ENEL) betrieben.
Baubeginn: 1956
Inbetriebnahme: 1956
Baukosten: 50 Mio. Lire
Einzugsgebiet [km2]: Kaserbach, 6 km2
Fallhöhe [m]: 322 m
Aufstellungsort: 1008 m
Typ: Laufkraftwerk
Turbine:
Typ, Baujahr: Pelton, 1993, 2-düsig
Drehzahl: 1500 U/min;
Leistung: 300-350 KW;
Wassermenge: 92 lt/s
Restwasser: 16 lt/s (Minimum), 30 lt/s im Sommer
Generator:
Art: synchron
Leistung: 500 kVA;
Spannung: 400 V;
Frequenz: 50 Hz;
Drehzahl: 1500 U/min;
cos phi: 0,8
mittlere Leistung: 276 kW
Transformator:
Scheinleistung: 630 kVA;
Übersetzung: 0.4/20 kV;
Betriebsart: Parallelbetrieb
Wasserfassung (Seehöhe): 1330 m;
Wassermengen: 3,0 Mio. m³ im Regeljahr
Mittlere Jahreserzeugung: 2.000 MWh
Das Einzugsgebiet des Kaserbaches mit dessen Wasser das Kraftwerk betrieben wird, reicht von der Lüsner Scharte bis zur Mündung des Baches in den Lasankenbach in Lüsen und beträgt 6 km². Es wird im Süden vom Gebirgskamm zwischen dem Telegraph und dem kleinen Gabler begrenzt. In oberen Bereich ist das Kaserbachtal offen und breit, im unteren Teil ist es dagegen eng und dicht bewaldet. Es ist unbewohnt, auf 1885 m ist die Gambriller Alm, auf ca. 1550 m befindet sich eine Ferien- bzw. Jagdhütte.
Die Wasserfassung befindet sich im 1330 m Höhe über dem Meer und liegt in einer Engstelle des Tales. Nach der grundlegenden Sanierung des Werkes haben die Genossenschaftsmitglieder erkannt, dass es sinnvoller gewesen wäre, die Fassungsstelle weiter nach oben bis unter die Mündung des vom kleinen Gabler herabfließenden Seitenbaches zu verlegen.
Das Krafthaus liegt in 1008 m Höhe am Eingang des Kaserbachtales, etwas weniger als 1 km von der Ortschaft Lüsen entfernt.
Anfahrt
Von Brixen auf der Landesstraße nach Lüsen. In Lüsen nach rechts auf die Seitenstraße ins Kaserbachtal abzweigen. Nach weniger als 1 km erreicht man das Krafthaus, das auf der linken Straßenseite (orograpgisch rechts des Baches) liegt. Parkmöglichkeit neben dem Krafthaus.
Wegbeschreibung
Das Krafthaus liegt direkt an der Straße.
Elektrizitätsgenossenschaft Lüsen G.m.b.H.
Lüsnerstraße 21
39040 Lüsen
Tel: 0472 413866
Fax: 0472 413866