Kraftwerk Laas
Im Jahre 1949 hat die Montecatini beim Staatsbauamt in Bozen ein Kraftwerksprojekt für Laas eingereicht, das die Wasserentnahme aller Nebengewässer des Laaser Baches und die Schaffung eines Staubeckens im Martelltal, mit einer Kapazität von 19 Mio. m³ Wasser vorsah. Dieses Großprojekt wurde genehmigt und im April 1949 im Amtsblatt der Republik veröffentlicht. Nur sechs Monate später wurde mit der Bauausführung begonnen. Die feierliche Inbetriebnahme des Laaser Kraftwerkes erfolgte im Jahre 1956. Im Laufe der Zeit kam es zu technischen Anpassungen und Erneuerungen, wobei das Kraftwerk selbst jedoch keine baulichen Umbauten erfuhr. Die Besonderheit dieses Kraftwerkes ist seine unterirdische Anbindung an den Stausee Zufritt.
Die technische Pionierleistung der gesamten Anlage ist die gewaltige Staumauer des Stausees Zufritt, die genaueste geologische Studien und Projektierungsarbeiten erforderte, da sie sowohl berg- als auch talseitig auf einer abfallenden Gletscherwelle gebaut wurde. Auch der Bau des Zulaufstollens kann als technische Hochleistung betrachtet werden.
DATEN
Erste Pläne für die Nutzung der Wasserkraft zur Stromerzeugung in Laas gab es bereits in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ing. Tullius Tschurtschentaler hatte ein Projekt zum Bau eines Kraftwerks in Laas ausgearbeitet, das jedoch aufgrund geologischer Bedenken nicht realisiert wurde. Im Jahre 1949 hat die Montecatini beim Staatsbauamt in Bozen ein Kraftwerksprojekt für Laas eingereicht, das die Wasserentnahme aller Nebengewässer des Laaser Baches und die Schaffung eines Staubeckens im Martelltal, mit einer Kapazität von 19 Mio. m³ Wasser vorsah. Dieses Großprojekt wurde genehmigt und im April 1949 im Amtsblatt der Republik veröffentlicht. Nur sechs Monate danach wurde mit der Bauausführung begonnen. Die feierliche Inbetriebnahme des Laaser Kraftwerkes erfolgte im Jahre 1956. Im Laufe der Jahre kam es zu technischen Anpassungen und Erneuerungen, wobei das Kraftwerk jedoch keine baulichen Umbauten erfuhr. Die Besonderheit dieses Kraftwerkes ist seine unterirdische Anbindung an den Stausee Zufritt.
Das Kraftwerk Laas ist ein Teil der Edison Kraftwerksgruppe im Vinschgau und befindet sich am Hangfuß des Laaser Tales, am rechten Ufer der Etsch. Das eingeschossige Krafthaus hat einen langgestreckten rechteckigen Grundriss mit seitlich angegliederten Funktionsräumen und wird von einem segmentbogigen Blechdach abgeschlossen. Die Fassadengliederung erfolgt im wesentlichen durch die in Sichtbeton ausgeführten Lisenen, die nach oben hin durch ein horizontales Gesims, ebenfalls in Sichtbeton, abschließen. Über dem Gesims erstreckt sich ein leicht nach vorn geneigtes horizontales Fensterband, das bis unter das Dach reicht. Die rechteckigen Wandzonen zwischen den Lisenen sind in gelb gehalten und verleihen dem Gebäude einen farblichen Akzent. Der untere Teil der Fassade wird ebenfalls von einer horizontalen Fensterreihe, die das Innere der Maschinenhalle belichtet gestaltet und erstreckt sich über ein bordeaux-farbiges Mauerband. Die Eingangszone ist als riesiges Rechtecktor ausgebildet, das die farbliche Dreiteilung der gesamten Fassade wieder aufnimmt. Zur Bergseite hin ist eine Seilbahnstation an den Hauptkomplex angeschlossen. Die Seilbahnstation besteht aus einem eingeschossigen Bau von rechteckigem Grundriss mit segmentbogigem Dachabschluss. Die Seilbahn ist nicht mehr in Betrieb; ihre ursprüngliche Funktion war der Transport der Kraftwerksarbeiter zum Zulaufstollen, um dort Wartungsarbeiten durchzuführen. Die etwa 45 m lange, 16 m breite und 16 m hohe Maschinenhalle widerspiegelt die äußere Wandgliederung, wobei an Stelle der Lisenen helle Rechteckpilaster treten. Den Abschluss bildet ein Gesims, auf welchem ein fahrbarer Kran auf Gleisen aufliegt. Über ein weites, geräumiges Treppenhaus gelangt man zu der erhöht gelegenen Schaltwarte, die seit den Achziger Jahren außer Betrieb ist und von der aus durch eine Glaswand die weite Maschinenhalle mit einem Maschinensatz überschaubar ist. Zwei an einen Generator gekoppelte Pelton-Turbinen mit einer Leistung von 55 MW der Firma RIVA füllen nur spärlich die riesige Halle aus. Die Kraftmaschinen sind in verschiedenen Blautönen gehalten, um ihre unterschiedliche Funktion und Gestalt zu unterstreichen. Rechts vom Eingang befinden sich zwei überdimensionale Fresken, die den genauen Verlauf der zufließenden Gewässer darstellen.
Als Speicherbecken für das Kraftwerk Laas dient der Stausee Zufritt, der am Ende des Martelltales in einer Talmulde eingebettet ist. Die Wassermassen des Stausees werden über einen 11 km langen Zulaufstollen in eine unterirdische Druckleitung geleitet. Von der unterirdischen Druckrohrleitung, die die Hänge des Tarneller Waldes durchstößt, fließt das Wasser über zwei Zulaufrohre in das Laaser Krafthaus. Dort ist ein horizontal gelagerter Maschinensatz mit einer Leistung von 55 MW installiert. Dieser besteht aus einer doppelten Pelton-Turbine und einem Drehstromgenerator der Firma Siemens. Das Kraftwerk nutzt eine Fallhöhe von 940 m und erreicht so eine mittlere Jahresproduktion von 170 MWh. Das abgearbeitete Wasser wird in ein 100 m langes und 30 m breites Auffangbecken geleitet und von dort wird es durch einen 250 m langen offenen Oberwasserkanal einem unterirdischen Stollen zugeführt. Durch diesen 17 km langen Stollen gelangt das Wasser in das Krafwerk Kastelbell.
Typ der Anlage: Speicherkraftwerk (mit Jahresspeicher)
Baubeginn: 1949
Inbetriebnahme: 1956
Planung: Montecatini, Abteilung Energie
Bauausführung: Società Idroelettrica Atesina / Montecatini, Abteilung
Wasserkraftwerksbau
Wasserkonzession: 1950
Wassereinzugsgebiet: 117 km²
Abgeleitete Bäche: Plima, Rosimtalbach, Schludertalbach, Flimbach, Soybach,
St. Mariabach, Laaserbach
Jahresspeicher: Stausee Zufritt, 76 Mio. m³
Fallhöhe: 940 m
Turbinen: 2 Peltonturbinen, horizontal mit je 55 MW der Fa. RIVA
Generator: 1 Synchrongenerator zu 55 MVA der Fa. Siemens
Transformator: 1 Transformator zu 70 kVA, 10/130/220 kV der Fa. TAMINI
Als Speicherbecken für das Kraftwerk Laas dient der Stausee Zufritt, der am Ende des Martelltales in einer Talmulde eingebettet ist. Die Wassermassen des Stausees werden über einen 11 km langen Zulaufstollen in eine unterirdische Druckleitung geführt. Von der unterirdischen Druckrohrleitung, die die Hänge des Tarneller Waldes durchstößt, fließt das Wasser über zwei Zulaufrohre in das Laaser Krafthaus.
Das abgearbeitete Wasser wird in ein 100 m langes und 30 m breites Auffangbecken geleitet und von dort wird es durch einen 250 m langen offenen Oberwasserkanal einem unterirdischen Stollen zugeführt. Über den 17 km langen Stollen gelangt das Wasser in das Krafthaus Kastelbell.
Das Kraftwerk Laas ist ein Teil der Edison Kraftwerksgruppe im Vinschgau und befindet sich am Hangfuß des Laaser Tales, am rechten Ufer der Etsch.
Anfahrt
Das Kraftwerk ist von Laas aus zu erreichen.
Wegbeschreibung
Wenn man vom Ortszentrum ausgehend auf die orographisch rechte Seite der Etsch überwechselt, nach der Brücke links abbiegt und etwa 800 m geradaus weiterfährt, gelangt man zum Eingang des Kraftwerkes.
Sämtliche historischen Planunterlagen und technischen Dokumentationen sind im Amt für Gewässernutzung in Bozen, Cesare Battististr. 23, archiviert.
Edison AG
Claudia Augusta-Strasse 161
39100 Bozen
Tel: 0471-440660
Fax: 0471-440606
E-mail: hydro@edison.it
Webseite: http://www.edison.it/home.htm