Kraftwerk Schneeberg
Mit der Planung des Kraftwerkes Schneeberg wurde schon 1993 begonnen. Durch Schwankungen der Preise auf dem Strommarkt wurde der Bau verzögert und so konnte das Kraftwerk erst 2000 ganz in Betrieb genommen werden.
Das Kraftwerk liegt auf 1308 m und hat eine Fallhöhe von 392 m. Es wird vom Schneebergbach gespeist.
Das Werk liefert die gesamte elektrische Energie an das öffentliche ENEL-Netz ab.
Es kann vom Firmensitz des Ing. E. Troyer-Werkes aus gesteuert und überwacht werden.
DATEN
Eine erste Planung und Machbarkeitsstudie wurde 1993 von der Firma Ing. E. Troyer durchgeführt. Ein Jahr später wurde das Konzessionsprojekt vom Konsortium E-Werk Rabenstein eingereicht.
1995 wurde die Gesellschaft „Elektrowerk Schneeberg GmbH“ gegründet und das Projekt auf die neue Gesellschaft umgeschrieben. Mit der Gemeinde einigte man sich auf eine Teilhaberschaft (die Gemeinde hält 55% der Anteile).
1997 sollte mit dem Bau begonnen werden. Die Angebote der verschiedenen Firmen waren alle schon eingeholt und man stand unmittelbar vor der Erteilung der Aufträge. Gerade zu diesem Zeitpunkt traten die verschiedenen Liberalisierungen auf dem Strommarkt in Kraft und ENEL stellte momentan die Zahlungen für die Stromlieferanten ein bzw. machte keine sicheren Zusagen mehr für eine tatsächliche Stromabnahme.
In Anlehnung an die verschiedenen Maßnahmen der EU in Bezug auf erneuerbare Energiequellen trat im Februar 1999 das Bassani-Dekret in Kraft, mit dem ENEL verpflichtet wurde, Strom aus Wasserkraftwerken zu festen Preisen abzunehmen:
0 bis 1 Million kWh 156 Lit./kWh
1 bis 2 Millionen kWh 119,8 Lit./kWh
2 bis 3 Millionen kWh 109,7 Lit./kWh
3 bis 4 Millionen kWh 103,7 Lit./kWh
4 bis 5 Millionen kWh 98,6 Lit./kWh
5 bis 10 Millionen kWh 90,6 Lit./kWh
über 10 Millionen kWh 82,5 Lit./kWh
Daraufhin wurden sofort neue Angebote bei den schon 1997 kontaktierten Firmen eingeholt und am 9. September 1999 mit dem Bau begonnen (die Offerte waren im übrigen gleich geblieben). Im Dezember 2000 konnte der kleinere Maschinensatz in Betrieb genommen werden, der größere Maschinensatz wurde im März 2001 eingebaut.
Das Wasser des Schneebergbaches wird etwas oberhalb der Timmelsjochstraße mit einer Tirolerwehr abgeleitet und gelangt in einen ca. 800 m³ großen Entsander. Vom Entsander strömt das abgeleitete Wasser durch die Druckrohrleitung zum 392 m tiefer gelegenen Kraftwerk, in dem sich zwei Maschinengruppen befinden, die je nach verfügbarer Wassermenge einzeln oder gemeinsam betrieben werden. Die Steuerung erfolgt vollautomatisch, sie kann aber sowohl vom Gemeindebüro als auch von der Herstellerfirma aus über einen PC abgeändert werden.
Baubeginn: 1999
Inbetriebnahme: 2000 (2. Maschinensatz)
Baukosten: 2.500.000 EURO
Typ: Laufkraftwerk
Aufstellungsort: 1308 m
Wasserfassung (Seehöhe): 1702 m
Einzugsgebiet [km2]: 16 km², Schneebergbach
Fallhöhe [m]: 392 m
Turbine:
Type, Baujahr: 2 Sätze zweidüsige Peltonturbinen; 2000
Drehzahl: 1. Maschine 1000 U/min, 2. Maschine 1500 U/min
Leistung: 1967 kW bzw. 984 kW
Wassermenge : 200 – 900 lt/s
Restwasser: mindestens 80 lt/s, sonst 80 lt/s + 1/3 der restlichen Wasserführung
Generator:
Art: synchron, 2 Generatoren (für jede Turbine)
Leistung: 2500 kVA und 1250 kVA
Spannung: 690 V
Frequenz: 50 Hz
Drehzahl: 1000 U/min bzw 1500 U/min
cos phi: 0,8
mittlere Leistung: 1596 kW
Transformator:
Scheinleistung: 1. Transformator 2500 kVA, 2. Transformator 1250 kVA
Übersetzung: 690V/20 kV
Betriebsart: Parallelbetrieb
Wassermengen: 13 Mio. m³ im Regeljahr
Mittlere Jahreserzeugung: 11.000.000 kWh
Das Einzugsgebiet des Kraftwerkes wird durch die südlichen Ausläufer der Stubaier Alpen gebildet. Im Norden umschließt es den in Passeier liegenden Teil des ehemaligen Schneebergwerkes mit der Knappensiedlung St. Martin, im Süden wird es durch das Tal des Schennarbaches gebildet. Im Osten wird das 16 km² große Einzugsgebiet durch den Grenzkamm zu Ridnaun und Ratschings begrenzt: er erstreckt sich von der Schwarzseespitze (2957 m) bis zur hohen Kreuzspitze (2746 m) im Süden. Ein Großteil des Gebietes liegt oberhalb der Waldgrenze in hochalpinem Gelände. Daher schwankt die Wasserführung jahreszeitlich sehr stark: von Jänner bis Mitte Mai ist sie wegen des Bodenfrosts gering, in den Monaten Juni und Juli aber wegen der Schneeschmelze besonders groß.
Die Wasserfassung befindet sich in 1702 m Höhe über dem Meer ca. 250 m von der Timmelsjochstraße entfernt (der Weg zweigt vor der Brücke über den Schneebergbach ab) bald nach dem Zusammenfluss von Schneeberg- und Schennarbach.
Das Kraftwerk liegt an der Gemeindestraße nach Rabenstein in 1308 m Höhe über dem Meer.
Anfahrt
Von Meran kommend nach St. Leonhard in Passeier und auf der Timmelsjochstraße nach Moos und weiter bis linker Hand die Gemeindestraße nach Rabenstein in Passeier abzweigt (von Moos ca. 8 km); dann auf dieser Straße ins Tal hinunter. Das Krafthaus befindet sich auf einer längeren Geraden rechts der Straße etwa 0,5 km vor der Ortschaft Rabenstein in der Örtlichkeit Seehof. Parkmöglichkeit beim Krafthaus.
Elektrowerk Schneebergbach GmbH
Dorf 78
39013 Moos in Passeier
Tel: 0473 643535
Webseite: http://