52. Seilbahn Schenna–Schennaberg
Die Taser-Seilbahn verbindet seit 1963 den Schenner Berg mit der Taser Alm und entstand aus dem Pioniergeist von Karl Gamper. Die ursprüngliche kleine Anlage wurde 2004 durch eine moderne Pendelbahn für 25 Personen ersetzt, die den wachsenden Besucherzahlen gerecht wird. Von Beginn an barrierefrei konzipiert, bietet sie heute einen komfortablen Zugang zur Taser Alm und wurde zuletzt 2023/24 technisch überarbeitet.
DATEN
Seit den frühen 1960er-Jahren gab es eine kleine graue Seilbahn auf die Taser Alm. Sie war für sechs Personen zugelassen und blieb über 40 Jahre lang in Betrieb. Zuvor existierte bereits eine Materialseilbahn – eine offene Holzkiste – die 1950 vom damaligen Wegerbauern Anton Haller errichtet worden war. Diese führte vom Pichlerhof bis zur heutigen Gurterkurve und ab 1952 bis hinauf zum Taser. Ein besonders fortschrittsfreudiger und technisch interessierter Landwirt, Karl Gamper, dachte Ende der 1950er-Jahre weiter, ob es nicht möglich wäre, eine reguläre öffentliche Personenseilbahn zu errichten – zumal es damals noch keine Straße auf den Schennerberg gab. 1962
wagte Gamper den Bau einer 6-Personen-Seilbahn, die im Frühjahr 1963 den Betrieb aufnahm. Er selbst war bis zu seinem 60. Lebensjahr Maschinist und Dienstleiter der Seilbahn. Danach übernahm sein Sohn Josef in sehr jungen Jahren als einer der jüngsten Dienstleiter Südtirols nach bestandener Maschinistenprüfung diese Aufgabe. Bald zeigte sich jedoch, dass die kleine Seilbahn den steigenden Anforderungen nicht mehr gewachsen war. An schönen Tagen reichte die Warteschlange oft bis zur Straße; Wartezeiten von bis zu eineinhalb Stunden waren keine Seltenheit – eine Folge des wachsenden Tourismus. Vater und Sohn Gamper nahmen daher 1997 Kontakt mit der alten Bahnlfirma Troyer-Hölzl in Lana, heute Doppelmayr, auf, um den Bau einer leistungsfähigeren 15- oder 25-Personenbahn zu prüfen. Nach einem langwierigen Prozess, geprägt von wechselnden rechtlichen Bestimmungen auf Landes- und EU-Ebene – und damit verbundenen Fragen zur Höhe öffentlicher Förderungen – konnte am 11. November 2003 schließlich mit dem Abbau der alten Bahn bzw. dem Neubau begonnen werden. In nur sechseinhalb Monaten Bauzeit
entstand in Zusammenarbeit mit Doppelmayr eine neue 25-PersonenSeilbahn, die am 15. Mai 2004 ihre Jungfernfahrt absolvierte. Seither verkehrt die Bahn zur vollsten Zufriedenheit der Einheimischen und Gäste.
Bereits während der Planungsphase hatte Josef Gamper mit Weitblick einige „Wünsche und Bitten“ an Ing. Luis Mitterer, den damaligen Cheftechniker bei Doppelmayr, herangetragen. Besonders wichtig war ihm eine wartungsarme Konstruktion sowie eine barrierefreie, behindertengerechte Funktionsweise. Im Jahr 2004 war dies noch keineswegs selbstverständlich, und so zählte die Anlage zu den wenigen Seilbahnen, die vollständig für Menschen mit Beeinträchtigungen – insbesondere für Rollstuhlfahrer – geeignet waren.
Im Zuge der 20-Jahres-Revision im Winter 2023/2024 wurden weitere kleinere Anpassungen vorgenommen. Heute präsentiert sich die Bahn als moderne, komfortable Anlage – geschätzt von Gästen und Mitarbeitern gleichermaßen.
Die Talstation liegt oberhalb von Schenna auf 820 m Seehöhe, die Bergstation auf der Taser Alm auf 1450 m.




