20. Viadukt der Grödner Bahn
Nördlich des Klausner Bahnhofs, auf dem Gelände der ehemaligen Grödner Bahn, befinden sich heute das Fernheizwerk, das Feuerwehrhaus und Sportflächen. Die acht kontinuierlich ansteigenden, betonierten Bögen des Grödner Bahnviadukts in Richtung Lajen haben sowohl zeichenhaften als auch historischen Charakter. Der große Bogen, der über den Talgrund zum Gegenhang führt, lädt heute zur Nutzung als Fuß- und Radweg ein, um den umliegenden Naturraum kreuzungsfrei zu erreichen. Eine Sanierung des Viadukts setzt voraus, dass der im Zuge des Autobahnbaus verschüttete, angrenzende Tunnel wieder zugänglich und erlebbar gemacht wird. Angestrebt wird eine großräumige Verknüpfung der Verbindungswege, die den Stadtkern von Klausen mit dem orografisch links gelegenen Ortsteil Griesbruck verbinden.
Wasserspeicher der Grödner Bahn–orthodoxe Gedenkstätte Der Wasserspeicher, letzter Originalbestand der Grödner Bahn, ist Ausgangspunkt und Eckpfeiler der 1916 von russischen Kriegsgefangenen erbauten Bahnlinie zur Versorgung der Front im Ersten Weltkrieg. Zusammen mit dem Klausner Viadukt ist dieses Unikat ein unverzichtbares Element des Gesamtensembles. Der Turm ist heute das letzte existierende Beweisstück der Grödner Bahn, da die Lokremise durch jahrelange mangelnde Bauunterhaltung dem Verfall preisgegeben wurde. Außerdem sind alle anderen Bahnhöfe entlang der Strecke abgerissen worden. Mit ihren charakteristischen geschwungenen Dachhelmen erinnerten die ehemaligen Stationsgebäude an die russischorthodoxen Kirchenhelme und somit an ihre Erbauer. Der Wasserturm am Klausner Radweg erhält, als russischorthodoxen Gedenkstätte für die Kriegsgefangenen, die beim Bau der Grödner Bahn ums Leben gekommen sind eine neue Funktion.
DATEN
Das von Architekt H. Fanta geplante Viadukt bedarf einer kontinuierlichen Bauunterhaltung. Es wurde einer pfleglichen Generalsanierung unterzogen. Der denkmalgeschützte Bau wurde in seinen schadhaften Teilen abgetragen, die 400 m² große Fahrbahnoberfläche sowie die Betonstruktur wurden abgedichtet, um das Eindringen von Regenwasser zu verhindern. Brüstungselemente und Bewehrungseisen wurden saniert, vom Rost befreit und mit Korrosionsschutz versehen. Ein attraktives Gestaltungskonzept, das Nah- und Fernwirkung bei Tag und Nacht berücksichtigt, liegt der Gemeinde Klausen bereits vor. Das Viadukt wirkt wie ein Zeitfenster, das die Bahngeschichte Revue passieren lässt.







