Leihbahnhöfe: Kuratorium für sensiblen Umgang mit historischen Bahnhofsbauten Bahnhöfe

Als positv bezeichnet das Kuratorium den Vertragsabschluss zwischen der Verwaltung der Staatsbahnen RFI und dem Land am Rande des Brenner-Verkehrsgipfels, mit dem der Weg für die Übernahme der 21 historischen Bahnhöfe durch die Gemeinden freigemacht wurde.
Als positv bezeichnet das Kuratorium den Vertragsabschluss zwischen der Verwaltung der Staatsbahnen RFI und dem Land am Rande des Brenner-Verkehrsgipfels, mit dem der Weg für die Übernahme der 21 historischen Bahnhöfe durch die Gemeinden freigemacht wurde. Damit steht dem Engagement der Gemeinden nichts mehr entgegen. Bleibt nur zu wünschen, dass die Bahnhofsgemeinden mit dem in Europa einzigartigen Ensemble sensibel umgehen. Damit reagiert das Kuratorium auf den von der Landesregierung gesetzten Schritt in Sachen Leihbahnhöfe. Die Lokalverwalter übernehmen mit der beschlossenen Übertragung von 21 Bahnhöfen eine grosse Verantwortung für ein historisches Erbe, das weltweit ein Unikat darstellt. Südtirols Bahnhöfe aus der altösterreichischen Ära bilden ein in dieser Geschlossenheit einmaliges Ensemble. Da die bisherigen Bemühungen um mehr Komfort teilweise auf Kosten der Bausubstanz von den Bahnverantwortlichen verwirklicht wurden, wäre es sinnvoll, dass die Schritte auf lokaler Ebene auch mit den örtlichen Fachinstitutionen – die beratende Funktion übernehmen könnten- abgestimmt werden. Mit ihrem eigenen Flair sind die historischen Bahnhöfe der Bevölkerung geradezu ans Herz gewachsen. Da das Land für die Aufwertung der Bahnhöfe die stattliche Summe von 12 Mio Euro bereit stellt, ist es dem Kuratorium ein dringendes Anliegen, dass der Öffentlichkeitscharakter des Bahnhofs mit entsprechenden Freiräumen erhalten bleibt, weil ohne Attraktivität und Schwerpunktfunktion des Bahnhofs dem Ortsbild ein wesentliches Merkmal verloren geht. Das Projekt Brennerbasistunnel verleiht dem Thema Brennerbahn und dem trotz aller bisherigen Modernisierungen noch weitgehend original erhaltenen Bahnhofs-Ensemble von 1867 eine absolut neue Dimension. Das Kuratorium für Technische Kulturgüter hat die bisher umfassendste Bestandsaufnahme der historischen Bahnhöfe Südtirols vorgelegt. Diese Recherchen vermitteln ein Bild mit Baubestandsaufnahme, Baugeschichte und deren historischem Kontext einschließlich einer kurzen Architekturanalyse jedes Bahnhofes an der Brennerstrecke. Ein absolutes Novum sind die Vorschläge und Empfehlungen des Kuratoriums für eine eventuelle Umnutzung von Bahnhöfen und Infrastrukturen, die nach weitgehender Vollautomatisierung des Bahnbetriebs nicht mehr direkt genutzt und daher von der Bahnverwaltung abgestoßen werden. Gerade an der Brennerstrecke bieten sich hier mit Blick auf den geplanten Radweg – auch dank der Kommunikationsplattform des Virtuellen Technikmuseums – für neue Besucherpotentiale im Sinne etwa des Erlebnis- und Kulturtourismus innovative und spannende Nutzungen an. Wie historisch sensible Restaurierungen und eventuelle Neunutzungen konkret aussehen könnten, soll stellvertretend am Fallbeispiel des Bahnhofsareals Klausen mittels eines Modellvorschlags der Öffentlichkeit nahegebracht werden. Ziel ist es, den Bahnhof als öffentlichen Treffpunkt mit seinen Erlebnis-Qualitäten zu erhalten. Der Bahnhof soll auch weiterhin attraktiv und spannend sein, neugierig machen und verschwundene, weil zumeist stillgelegte typische Bahnhofs-Merkmale wie Fahrkartenschalter, Gepäcksaufbewahrung, Fahrdienstleitung mit teils noch vorhandenen technischen Anlagen usw. vor Augen führen. Mittels Vandalensicherung, Lichtinszenierungen, Animation und Info-Angeboten sollen wichtige Charakteristika, die das Flair der klassischen Bahnhofs-Atmosphäre ausmachen, erhalten und neu aufgewertet werden. wm