Die Tage der kleinen Lancia-Bar in der Bozner Industriezone sind gezählt. In knapp zwei Wochen wird das kleine Gebäude aus den Dreissigerjahren abgebrochen und von der Bildfläche verschwinden. Die Tage der kleinen Lancia-Bar in der Bozner Industriezone sind gezählt. In knapp zwei Wochen wird das kleine Gebäude aus den Dreissigerjahren abgebrochen und von der Bildfläche verschwinden. Mit dieser zum Teil etwas veränderten, aber im Kern noch original erhaltenen Gastwirtschaft verbinden mehrere Generationen besondere Erinnerungen, denn sie war Treffpunkt italienischer Industriearbeiter aber auch vieler Nebenerwerbsbauern aus dem Südtiroler Umland, vor allem aber aus dem Sarntal, die in den Magnesium-, Stahl- oder Lanciawerken Arbeit gefunden hatten. Beim Schichtwechsel bot sich noch die Gelegenheit für ein ?Karterle? am Tresen bei einem Glas Wein oder Bier. Ob politisiert, oder über Gewerkschaftsfragen debattiert , oder der Feierabend eingeleitet wurde, hier traf man sich zu jeder Stunde. Sogar Dolomiten-Chefredakteuer Toni Ebner Senior liess hier auf seinem täglichen Weg in den Weinbergweg gerne den Wagen anhalten. Das kleine Gebäude ist in lupenreinem Rationalismus-Stil errichtet und spiegelt die Bauhausarchitektur der nahe gelegenen Alumix-Fabrik wider. Dem Barbesitzer Ivano Marotta, dessen Familie die Bar seit ihrem Bestehen im Jahr 1939 betreibt, wurde der Abbruch damit erklärt, dass die Kreuzung Galvani- /Voltastrasse in Form eines Rondells gestaltet wird und daher auch eine Fahrbahnverbreiterung notwendig sei. Mehrfache Versuche den Abriss durch Eingaben bei den zuständigen Stellen abzuwenden, hätten das Projekt der Gemeinde Bozen nicht aufhalten können. Das Kuratorium für technische Kulturgüter hat den historischen Bau aus der Stunde Null der Bozner Industriezone fotographisch festgehalten und dokumentiert. WM