Elisabeth Baumgartner hat mit ihrem Engagement die Kulturarbeit des Kuratoriums entscheidend mitgepr

Eine markante Persönlichkeit hat nachhaltige Zeichen gesetzt und in den letzten Jahren ihres Wirkens den Grundstein für das Virtuelle Technikmuseum mitgelegt. Ein Nachruf Die Journalistin und Kulturhistorikerin Elisabeth Baumgartner war eine markante Persönlichkeit, die auf ihrem Weg Zeichen gesetzt hat. Alle die sie gekannt haben -und das waren wirklich sehr viele Menschen- waren von ihr beeindruckt: kritisch und aufbauend, fröhlich und gesellig, mitreißend, frei, oft etwas rau und unbequem, mit liebenswertem Chaos, aber stets freundlich und entgegenkommend, immer für alle da, unerschrocken, voller Lebensfreude, kreativ und innovativ, offen für ungewöhnliche Lösungen. Geboren 1938 in Wien, kam Elisabeth Baumgartner nach Studienjahren in ihrer Heimatstadt 1960 nach Südtirol, das ihr weit mehr als nur zur zweiten Heimat wurde. Die Ehe mit dem Künstler Robert Scherer führte sie rasch in die Künstlerkreise, neben dem Unterrichten fing sie schon bald an, Kunstkritikern für die Tageszeitung ?Dolomiten? und den Sender Bozen zu schreiben. Die Künstlerkreise ließen sie nie mehr los, eben sowenig die Welt des Journalismus. Berufsjournalistin und Chefin vom Dienst wurde sie dann im Sender Bozen der RAI, zudem arbeitete sie jahrelang als engagierte Südtirolkorrespondentin der österreichischen Tageszeitung ?Die Presse?. Die Südtirol-Politik hat sie über Jahrzehnte kritisch mitverfolgt und aus ihrer journalistischen Position heraus auch manches Mal mitgestaltet. Im Redaktionsalltag fehlte es ihr nie an Ideen für Themen, Interviewpartner und treffsicheren Formulierungen. Nicht alle schätzten ihren bohrenden Interviewstil, aber kritischer Journalismus war ihr eine Selbstverständlichkeit. Ihr Berufsethos vom aktuellen Dienst bedeutete rund um die Uhr wachsam zu sein für News und sie war auch meist als erste mit dem Mikrofon zur Stelle. Redaktionsschluss war nicht gerade ihr Lieblingswort. Sie verfügte stets über unglaublich viele Hintergrundinformationen, ihr Schreibtisch war ein in die Höhe wachsendes Archiv auf zwei Quadratmetern, ihr bis auf den letzten weißen Fleck mit Telefonnummern gefülltes Notizbuch war legendär. Gefüllt wie das Telefonverzeichnis auch ihre ebenso legendäre schwarze Tasche, stete Begleiterin, ihr mobiler Arbeitsplatz, um für alles gerüstet zu sein, überall und jederzeit einsatzbereit. Es gab kaum etwas, was Elisabeth Baumgartner nicht interessierte und faszinierte, gleichzeitig konnte sie uneingeschränkt auch andere für ein Thema oder eine Sache begeistern. Sie liebte es, Kontakte herzustellen und Leute zusammen zu bringen. Leidenschaft war also die stete Triebfeder und man hatte eigentlich nie so den Eindruck, sie arbeite, sondern sie musste nur mit der ihr eigenen Zähigkeit und Beharrlichkeit (und wenig Schlaf) das zu Ende bringen, was sie so sehr in Bann hielt, sie so sehr faszinierte. Wer konnte ihr, ihrer Begeisterung etwas abschlagen? Doch von den anderen erwartete sie die selbe Strenge, die sie sich selbst abverlangte. Sie forderte und förderte: baute Mitstreiterinnen und Mitstreiter auf, gab den Anstoß für Karrieren ? selbstlos, ohne materielle Absichten und ohne dafür jemals eine öffentliche Ehrung zu erhalten. Das Feld ihrer Interessen und Tätigkeiten war weit. Ging es um Malerei, Architektur, Fotografie oder Film, war auch Elisabeth Baumgartner selbstverständlich mit dabei: Filmclub, Künstlerbund, Arge Kunst – Museumsgalerie Bozen, Visuelle Werkstatt im Südtiroler Bildungszentrum, Schloss Tirol, Kuratorium für technische Kulturgüter usw. Hinzu kommen entscheidende Bücher – Willy Valier, Magnago, Feuernacht, Eisenbahnwesen, Kraftwerke. Der rote Faden war ihre große Leidenschaft für die Dokumentation, das Recherchieren, das Bewahren für die Nachwelt, ihre unermüdliche Beharrlichkeit und ungebremste Begeisterung für Menschen -Silvius Magnago oder Luis Trenker-, für Orte -Brenner- und für Themen -Tourismus, Eisenbahn, technische Kulturgüter. Bis zum Schluss hat sie sich als Pionierin und Vorstandsmitglied des Kuratoriums für technische Kulturgüter mit der ihr eigenen ungebrochenen Vitalität und mit beharrlichem Weitblick für die Bewahrung und Aufwertung der echten Identität des kulturellen Erbes engagiert, überzeugt, dass Wissen und Erinnern mit Gewissheit in die Zukunft führen. In diesem Sinne wird mit der neu zu gründenden Dokustelle für Zeitgeschichte und AV-Medien das weitergeführt, was Elisabeth Baumgartner angedacht hatte. Sie war eine Spurensicherin, die mit Scharfsinn und Selbstbewusstsein auf ihr Umfeld eine positive Ausstrahlung hatte, eine Beraterin, die bei allen wichtigen Entscheidungen den richtigen Riecher hatte, ein seltener Mensch mit Handschlagqualität. Mit ihrer schweren Krankheit ging Elisabeth Baumgartner um, als ob es sich um eine journalistische Recherche für einen Bericht gehandelt hätte. Ihr charakteristischer Schwung, ihr unglaublich breit gestreutes Wissen fehlen seit dem 31. Mai 2005 ihrer Familie, aber auch der Forschung, der Kultur, dem Leben ihres Landes. GW/WM