Die Anfahrt nach Innsbruck erfolgt ab dem Bahnhof Brenner mit dem historischen Brenner-Express 1020.27, Baujahr 1942. Vor der Abfahrt am 7.12.05 um 17.00 Uhr spielt zur Einstimmung die Musikkapelle der österreichischen Bundesbahn. Ein besonderes kulturelles grenzüberschreitendes Highlight steht kommenden Mittwoch, 7. Dezember auf dem Programm. Der Brenner als ein Ort von internationaler Bedeutung, als der meist befahrene Alpenpass, aber auch als eine der vormals schwierigsten Grenzen Europas mit einer ganz eigenen Atmosphäre, heute nach dem Fall der Grenzen von einem Erneuerungsprozess erfasst, steht im Mittelpunkt einer grossen Ausstellung im Archiv für Baukunst im Adambräu in Innsbruck. Anlässlich der Ausstellungs-Eröffnung ?(Grenze) Brenner-Pass? wird eine ganz besondere Attraktion geboten: die Anfahrt nach Innsbruck erfolgt ab dem Bahnhof Brenner mit dem historischen Brenner-Express 1020.27, Baujahr 1942. Vor der Abfahrt um 17.00 Uhr spielt zur Einstimmung die Musikkapelle der österreichischen Bundesbahn. Die Gäste werden mit einem musikalischem Repertoire altösterreichischer Prägung empfangen. Auf der Gratis-Fahrt im Sonderzug wird Bahnexperte Rudi Plank die Teilnehmer auf die Besonderheiten des Streckenverlaufs aufmerksam machen. Live nacherleben kann man dabei auch die ingenieurtechnischen Pionierleistungen der Brennerbahnerbauer, die im Auftrag der k.u.k.-Südbahn 1857 die Trasse vom Brenner nach Innsbruck projektiert haben. Im Tanzwagon wird zur Musik des Aluna-Ensembles (u.a. mit Zeno Breitenberg) ein mediterraner Aperitiv serviert und auf die breite Themenpalette der Ausstellung verwiesen. Der Zug hält nach 45 Minuten Fahrt in Innsbruck direkt vor der Ausstellung im Adambräu, wo noch aus der Zeit als die Bierbrauerei funktionierte und die Rangiergeleise genutzt wurden, ein bequemer Zugang zum Adambräu besteht. Das Gebäude wurde übrigens vom Südtiroler Architekt Lois Welzenbacher in den 20er Jahren geplant und ist Dank der Initiative der Universität Innsbruck, der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol vor dem Abbruch gerettet worden. Die Ausstellung ?(Grenze) Brenner-Pass? ist eine Gemeinschaftsarbeit des Archivs für Baukunst der Universität Innsbruck und des Kuratoriums für technische Kulturgüter in Südtirol. Die Ausstellung thematisiert nun erstmals das Bauensemble rund um den ehemaligen Schlagbaum. Die Entstehungsgeschichte des Gebäudebestands an der sogenannten Schicksalsgrenze von 1918 und der Veränderungsprozess des Grenzortes bis zur Aufhebung der Kontrollen durch das Schengener Abkommen 1998 werden im politischen und kulturellen Kontext dargestellt. Historische und aktuelle Fotografien, Pläne und Dokumente geben Einblick in eine Alltagskultur jenseits von gewohnter Alltäglichkeit und Normalität. Die Ausstellung im Archiv für Baukunst in Innsbruck will mit der Dokumentation den geschichtsträchtigen Ort im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern. Die unterschiedlichen Bauten, in den Bauaufnahmen von Studierenden der Universität Innsbruck unter der Leitung von Horst Hambrusch festgehalten, reichen vom Lokschuppen aus dem 19. Jahrhundert, Militärkaserne und Eisenbahnerwohnungen aus den Zwanzigerjahren, bis zur Kirche und Autobahn-Zollstation der Sechziger- und Siebzigerjahre. Die künftige Funktion und Gestalt der Bauten und der Landschaft am Brenner mit seiner herben Romantik wird eine erfolgversprechende Zukunft haben, wenn die Planungen von einem umfassenden kulturellen und wirtschaftlichen Ansatz getragen werden. Der ?Unort““ Brenner ist heute eine Stätte, die nicht mit anderen anonymen Bauzonen, Verkehrszentren und Gewerbegebieten zu vergleichen ist. Die Vergangenheit des Brenners liefert genügend Argumente, um sich behutsam und sorgfältig auch um seine Zukunft zu kümmern. Der denkmalpflegerische Sonderfall dieses ?Geschichtsorts““ ist nicht nur im Ensembleschutzgedanken gut verankert, es kommt ihm auch in einer allgemeinen Kulturdebatte ein Stellenwert zu, den man mit Gedenkstätte und Erinnerungsort zu beschreiben hat und den es zu einem seriösen Fortbestand zu verhelfen gilt.