Die Schau lässt die Trambahn Lana – Meran, die erste „Elektrische“ Südtirols Revue passieren
In ihrem Konzept ein typisches übergemeindliches Nahverkehrsmodell war die elektrische Trambahn sofort ein Marktrenner und verkehrstechnische Pionierleistung. Die Bahntrasse begann in Lana, verlief parallel zur neu erbauten Strasse durch Tscherms und weiter an Marling vorbei zur Etsch, die sie auf einer Eisen-Brücke überquerte. Anschließend kreuzte sie die Bozen – Meraner – Bahn, verlief über die damals noch unverbauten Wiesengründe von Untermais, um schließlich über die heutige Theaterbrücke zum Meraner Theaterplatz zu gelangen. Trotz anfänglichen Widerstands wegen der hohen Investitionskosten – das Projekt wurde bei einer Volksabstimmung 1905 von der Lananer Bevölkerung versenkt- gelang es schließlich dem Bahnbaukonsortium um Rechtsanwalt Jakob Köllensberger, den späteren Seilbahnpionier Ing. Luis Zuegg, Großhändler Martin Lösch, den Hotelier Franz Stauder und den Bauunternehmer Anton Guschelbauer, vom k. k. Eisenbahnministerium die Konzession für Bau und Betrieb der Bahn zu erhalten. Am 20. Jänner 1906 erfolgte durch das k. k. Ministerium des Inneren in Wien die Bewilligung zur Gründung der AG unter dem Namen „Elektrische Bahn Lana – Meran“.
Nach nur 8monatiger Bauzeit konnte am 11. August 1906 die Trambahn Lana – Meran als erste elektrische Bahn Südtirols ihre Eröffnungsfahrt antreten.
Die Züge verkehrten bequem im Halb-Stunden-Takt mit gleichzeitigen Abfahrten von Lana und Meran. Die Fahrzeit betrug 26 Minuten und war wegen der geringen Betriebskosten besonders günstig. Das Meraner High life liess es sich nicht nehmen, die wildromantische Gaulschlucht zu erkunden oder direkt in den Südtiroler Obstgarten zu fahren. Ein Novum war auch der Kundendienst der Bahn: „Theaterzüge“ brachten die Theaterbesucher nach Ende der Vorstellung vom Theaterplatz nach Lana zurück. Die Trambahn erfreute sich schon bald großer Beliebtheit und wurde zum treibenden und belebenden Wirtschaftsfaktor des Burggrafenamtes. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges setzte dieser Entwicklung einstweilen ein jähes Ende. Nach 1920 begann wieder ein Aufwärtstrend, im Zuge der 30-Jahr-Feiern am 11. August 1936 lobte man noch allseits dieses öffentliche Verkehrsmittel. Am 8. Mai 1950 allerdings wurde der Betrieb, aufgrund der technischen Entwicklung dieser Zeit, schon eingestellt..
Projektant und Betriebsleiter der Trambahn Lana – Meran, sowie des Kraftwerkes in der Gaulschlucht war Ing. Luis Zuegg. Der Fuhrpark der Bahn bestand 1906 aus 3 Motorwagen und 2 Anhängewagen für Personenbeförderung mit einer Fahrzeugkapazität von jeweils 40 Personen. Die Bahn wurde mit 600 Volt Gleichstrom betrieben. Diesen lieferten 2 Maschinensätze zu je 120 PS im Kraftwerk Lana, bei intensiver Nutzung setzte eine Pufferbatterie mit Bleiakkumulatoren ein.
Die Spurweite betrug 1000 mm auf einer Streckenlänge von 7,6 km bei einer maximalen Steigung von 3,3 %.
Die Ausstellung hat nicht nur den Anspruch einer Retrospektive, sondern sie ist vielleicht mehr noch Impuls und Anstoss für die Entwicklung eines neuen, zeitgemässen und umweltfreundlichen Schienen-Nahverkehrskonzepts, das den gewachsenen Mobilitätsbedürfnissen der Bevölkerung entspricht.