Über ein Netzwerk soll es künftig möglich werden, audiovisuelle Materialien zur Südtiroler Zeitgeschichte einzusehen und zu nutzen. Ab Herbst 2007 sollen diese audiovisuellen Materialien auch im Internet einzusehen sein. Über das im Aufbau befindliche Netzwerk berichteten heute im Palais Widmann in Bozen Kulturlandesrätin Sabina Kasslatter Mur gemeinsam mit den VertreterInnen der beteiligten Institutionen. Filme, Tonaufnahmen, Bild- und Fotomaterialien öffentlicher und privater Sammlungen sollen erschlossen, gesichert und strukturiert werden, um für Forschung, Weiterbildung, Didaktik und Museumsanimation genutzt werden zu können. Dies ist das Ziel des im Aufbau befindlichen Netzwerks audiovisueller Medien Zur Südtiroler Zeitgeschichte.
Seit einem Jahr arbeitet das Kuratorium für Technische Kulturgüter an dem „“Netzwerk Medien Zeitgeschichte““. Die größten Archivbestände, die derzeit an der Reihe sind und katalogisiert werden, sind das Archiv der verstorbenen Journalistin Elisabeth Baumgartner, das Tonspulenarchiv von Radio Ladin aus den 50er bis 80er Jahren sowie das Archiv des Meraner Filmemachers Mario Deghenghi.
Am Aufbau des Netzwerks sind die Landesabteilung Familie, Denkmalpflege und Deutsche Kultur über das Amt für Audiovisuelle Medien und das Südtiroler Landesarchiv sowie das Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege der Universität Innsbruck beteiligt. Idee und Konzept stammen vom „“Kuratorium für technische Kulturgüter““, das über eine Vereinbarung von der Landesregierung mit der Abwicklung betraut worden ist.
Bei der Erarbeitung der Datenbank für die das AV-Netzwerk zur Zeitgeschichte stützen sich die Projektbeauftragten unter der Leitung von Barbara Gabrielli unter anderem auch auf das Projekt „“Katalogisierung der Kulturgüter Südtirols““, in dessen Rahmen die entsprechenden Vorgaben auf wissenschaftlicher Ebene miteingebracht wurden. Für die grafische Gestaltung des Internetportals wurde ebenfalls auf eine Kooperation gebaut, in diesem Falle war es die Landesberufsschule für Handel und Grafik „“Gutenberg““ die Gestaltungsvorschläge lieferte.
Bei der heutigen Vorstellung hob Landesrätin Sabina Kasslatter Mur einerseits die Bedeutung des Netzwerkes als historisches Gedächtnis hervor, verwies andererseits auf die Netzwerkarbeit und die Nutzung von Synergien, die diesem Vorhaben zu Grunde liege. Ihr Anliegen sei es, „“dass dieses AV-Netzwerk zur Zeitgeschichte besonders auch im Unterricht und in der Weiterbildung genutzt wird““.
Das Netzwerk , so Gabrielli und Mitterer vom Kuratorium, soll eine Ergänzung und Schnittstelle zu bereits bestehenden Institutionen und Einrichtungen mit Sammlungs- und Vermittlungsauftrag sein.
Das bedeutet, dass im Rahmen des Projektes ausfindig gemachte Datenträger an obengenannte Institutionen weitervermittelt werden und kein eigenes Depot aufgebaut wird.
Ebenso haben private Eigentümer die Möglichkeit, den originalen Datenträger zu behalten und lediglich eine Sicherheits-Kopie zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang bietet des ?Netzwerk AV-Medien Zeitgeschichte? technische Hilfestellung für die bestmögliche Lagerung bzw. Überspielung des Materials.
Das Netzwerk Zeitgeschichte verwaltet keine kommerziellen Nutzungsrechte.
Diese verbleiben beim jeweiligen Eigentümer des audiovisuellen Materials.