Das Pilotprojekt von Gemeinde Klausen und Kuratorium zur Aufwertung des Bahnhofs Klausen nimmt konkrete Formen an. Gestern wurden erste Vorbereitungen für die Renovierungsarbeiten im Innenbereich des Warteraums und der Fahrdienstleitung getroffen. Die Fahrkarten-Entwerter wurden aus dem Wartesaal entfernt und sind vorübergehend gleisseitig an der Aussenwand des Gebäudes angebracht worden. Der Abbruch des Vorbaus im Warteraum, des ursprünglichen Fahrkartenschalters aus den 1970er Jahren, wurde in Angriff genommen. In den nächsten Tagen werden weitere Maurerarbeiten durchgeführt. Es folgen dann die Innenraumausgestaltung, die Adaptierung der Technikwand, die Verlegung verschiedener Elektroleitungen sowie weitere Detailarbeiten. Besonders Augenmerk gelegt wird auf eine rundum pflegliche Sanierung des historischen Gebäudes, das in Abstimmung mit dem Denkmalamt in Wert gesetzt wird.
Die Arbeiten dürften im Spätherbst abgeschlossen sein.
Dank einer Kooperation des Kuratoriums für technische Kulturgüter und Gemeinde Klausen mit der Südtiroler Rundfunkanstalt RAS sollen zeitaktuell
auf einer Medienwand Informationen öffentlichen Interesses dargeboten werden. Die Palette reicht von Nachrichten in Schlagzeilen bis hin zur Wetterbildkamera und Kulturinfos.
Der öffentliche Raum ?Bahnhof? mit Service-Charakter
wird zur Visitenkarte des Ortes.
Der 1867 nach Plänen von Arch. Wilhelm von Flattich erbaute Bahnhof Klausen ist ein architektonisches Kleinod mit altösterreichischem Bahnhofsflair, das durch einen kleinen Schaubereich in der ehemaligen Fahrdienstleitung besonders betont wird. Der schlichte, denkmalgeschützte Bahnhof Klausen und die Platanen-Allee in der Bahnhofsstraße bilden mit den übrigen Bahnhöfen
an der Brennerstrecke ein Ensemble, das europaweit ein Unikat
ist. Die baufällige Lokremise mit der ehemaligen Werkstätte und Wasserstation der Grödnerbahn (1916) ist heute nur noch Restbestand. Charakteristisch für den Bau ist das an galizische Bahnhöfe erinnernde geschwungene Metall-Dach.Das Klausner Bahnhofsgebäude wurde, wie die meisten Bahnhöfe an der Brennerstrecke, aus Grasssteiner Granit gemauert. Für das
flächige Mauerwerk wurden Granitsteine in hellerer Tönung verwendet, für die fiktiven Fensterbögen, Sockel, Fenster- und Türumrahmungen
hingegen Porphyr. Die befensterten Giebelwände unter dem weit vorspringenden Dach sind in sorgfältig detailliertem Holzwerk ausgeführt.