Das Kraftwerk von Kardaun öffnet zum Geburtstag seine Tore Mit einem “Tag der offenen Tür” feiert das ENEL-Kraftwerk in Kardaun, dessen mächtige Druckleitungen das Landschaftsbild am Eingang des Eisacktales beherrschen, seinen 80. Geburtstag.
Über 350 Besucher haben das 80 Jahr-Jubiläum des Kardauner Kraftwerks am vergangenen Samstag 6.Juni mitgefeiert. Aus gegebenem Anlass haben Jung und Alt am “Tag der offenen Tür” hinter die Kulissen geschaut. Das 1929 erbaute Kraftwerk, ehemals das grösste Europas, ist nach wie vor eine technische Pionierleistung und zeigt trotz der Jahre keinerlei Alterserscheinungen, wird es doch vom Enel vorbildlich gewartet und stets dem neuesten Stand der Technik angepasst.
Als besondere Attraktion gab es einen Sonderstempel und eigens für das 80-Jahr-Jubiläum nachgedruckte Postkarten aus der Gründerzeit.
Das in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für technische Kulturgüter abgewickelte Programm sah geführte Besichtigungen im Kraftwerk und erstmals an der Wasserfassung in Kollmann vor. Außerdem wurden historische Filme über die Entstehungsgeschichte des Kraftwerks gezeigt. Inspiriert vom Erlebnis Kraftwerk haben Malerinnen und Maler vom Verband der Künstler der Autonome Provinz Bozen und den Südtiroler Freizeitmalern, Skizzen und Zeichnungen von Kraftwerksmotiven angefertigt, die demnächst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Musikalischer Ausklang der Geburtstagsfeier war das Konzert des ALUNA quartets.
Das ENEL-Kraftwerk in Kardaun im Norden von Bozen wurde nach den Plänen von Ing. Gaetano Ganassini errichtet,das architektonische Projekt stammt von Eugenio Mollino. Die mächtigen Druckleitungen des Wasserkraftwerks beherrschen das Landschaftsbild am Eingang des Eisacktals. Bei der Eröffnung im Jahr 1929 war es das größte Kraftwerk Europas. Die Pläne zur Errichtung dieses Kraftwerkes reichen aber viel weiter zurück. Ein erster Entwurf für das Kraftwerk stammt vom österreichischen Arch. Clemens Holzmeister und wird heute in der Albertina in Wien verwahrt.
Das nach Ing. Carlo Cicogna, dem ersten Präsidenten der SIDI, benannte Kraftwerk in Kardaun bot die Möglichkeit, dessen Entstehungsgeschichte und Architektur näher kennen zu lernen.