4. Armeekorp
Der Planer Piacentini interpretiert mit strengen, einfachen Formen und hochwertigen Baumaterialien das Motiv einer römischen Eckbefestigung. Damit erreicht er eine dem Zweck entsprechende Aussagekraft. Der Repräsentationssaal mit Rednertribüne befindet sich im torartigen Mittelteil, zwischen den beiden halbrunden Ecktürmen. Darunter blickt man durch die Einfahrt auf die Julius Cäsar Statue in der Mitte des Innenhofes. Während die Zwischenstraße mit Backstein verkleidet ist, dient Travertin der Verkleidung des abgeschrägten Sockels.
Das Gebäude war für ein städtebauliches Konzept entworfen, gemäß dem sich die von der Talferbrücke und dem Siegesdenkmal her kommende Straße teilen und einerseits nach Gries, andererseits entlang der Talfer weiterführen sollte. Ein Teil der imposanten Wirkung des Gebäudes ging jedoch verloren, als die Fläche vor dem Armeeoberkommando später zum 4. November Platz ausgestaltet wurde und in östlicher Richtung zu den Talferwiesen hin Häuser entstanden.
aus „Architektur in Südtirol“, Architektenkammer der Provinz Bozen, Edition Eaetia, Bozen 1993