56. Bahnhof Innichen
Seiner Funktion als Grenzbahnhof wird das Technikensemble in vollem Umfang gerecht: Von Innichen aus starten die Züge nach Lienz in Osttirol. Der aufblühende Fahrradtourismus entlang des Drauradwegs findet am Bahnhof die entsprechende Infrastruktur – Fahrradverleih und Werkstatt stehen bereit.
DATEN
Das Aufnahmegebäude folgt dem Typus der II. Klasse gemäß den Normalien des Architekten Wilhelm von Flattich. Östlich und westlich schließen sich jeweils eingeschossige Anbauten mit Satteldächern an, die sich in der Ausführung des Mauerwerks bewusst vom zweigeschossigen Hauptgebäude abheben. Die eingehauste Wasserstation ruht auf einem oktogonalen Grundriss: Das Erdgeschoss ist in Granitmauerwerk ausgeführt, das Obergeschoss in verschalter Holzbauweise. Gleisseitig war der Wasserstation eine Lokomotivenremise angefügt, ebenfalls eine verschalte Holzskelettkonstruktion, die heute durch Steinbauten ersetzt wurde. Auf einer Natursteinrampe, dicht östlich an das Aufnahmegebäude anschließend, befand sich ein hölzernes Magazin.
Sowohl am östlichen als auch am westlichen Ende des Bahnhofsgeländes wurden je ein einfaches Wärterhaus errichtet. Neben Diensträumen für die FS (Ferrovie dello Stato) waren im Erdgeschoss auch Büros für die ÖBB sowie für den Zoll, die Guardia di Finanza, die Bahn- und Grenzpolizei untergebracht – eine rundum vollständige Nutzung des Standorts als Grenzbahnhof. Heute jedoch stehen diese Räumlichkeiten leer.
K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Bauzeit 1866 –1871 von Franzensfeste bis Lienz. Fertigstellung: 1871 Heutige Eignerin: Italienische Staatsbahn FS (seit 1919 für die Strecke bis Innichen)
Architekt: Wilhelm von Flattich (1826-1900)
Wilhelm von Flattich (1826-1900), Hochbaudirektor der K.K. Privilegierten Südbahngesellschaft. Mitarbeit :Arch. Franz Wilhelm.
Informationen:
Francesco Pozzato, Il Treno in Pusteria, Athesia Bozen, 1990
Nutzungskonzept für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth Baumgartner, Koordination: Wittfrieda Mitterer. Workshop vom 15. Mai 2003 in Bozen.
Der Eisenbahnhochbau in seiner Durchführung auf den Linien der K.K.privilegierten Süd-Bahngesellschaft, von Wilhelm von Flattich und Franz Wilhelm, Atlas, Lehmann & Wenzel, Wien.
Hans Heiss, Kurzer Höhenflug: Der Bau der Pustertalbahn 1871, in Mobilitätszentrum Bruneck, der Architekturwettbewerb für das Bahnhofsareal, 2001, Folio Verlag, Wien-Bozen.
Erich Irenberger, FS Brixen
Architekt Albert Willeit, ehem. Obmann des Heimatpflegerverbandes Pustertal,Bruneck
Architekt Bernhard Lösch, Beirat für Baukultur im Heimatpflegeverband und Vertreter Italiens bei Europa Nostra, Innichen
Josef Oberhofer, Geschäftsführer Heimatpflegeverband, Bozen
Helmuth Stampfer, Landeskonservator und Leiter der Abteilung Denkmalpflege der Landesverwaltung, Bozen
Südtirol – Pustertal
Bahnhofstr. 10a
I-39038 Innichen
Ferrovia Statale FS – Direktion Region Bozen
39100 Bozen
Tel: 0039-0471-976077
Fax: 0039-0471-313786
Webseite: http://www.trenitalia.it


