23. Bahnhof Margreid-Kurtatsch
Der Bahnhof Magreid-Kurtatsch ist von beiden Orten relativ weit entfernt und liegt westlich von Autobahn und Etsch alleine gegenüber einem ländlichen Gasthof inmitten endloser Apfelplantagen. Ein P+R Parkplatz mit überdachten Fahrradständern wurde kürzlich angelegt um die Bahn auch als öffentliches Nahverkehrsmittel attraktiver zu machen. Dabei wurde leider die historische Wartehalle in Holzkonstruktion unnötigerweise entfernt.
Das Gebäude wird als ausreichend gepflegtes Wohnhaus mit zwei Wohnungen genutzt, für den Bahnhof stehen im Erdgeschoss ein Warteraum mit Fahrkartenautomaten und ein Bereich für die nicht ständig besetzte Fahrdienstleitung sowie Toiletten zur Verfügung.
DATEN
Zum Zeitpunk der Einweihung der Eisenbahnstrecke Trient-Bozen folgte auf den Bahnhof Salurn als nächster Halt die Station Neumarkt. Die Entwicklung des Transportwesens für landwirtschaftliche Produkte und auch das Passagieraufkommen machte in der zweiten Hälfte des 19. Jhts. einen weiteren Haltepunkt zwischen den beiden genannten Bahnhöfen erforderlich Diese Station wurde entsprechend der funktionalen und architektonischen Planung der ursprünglichen Bahnhöfe erbaut. Es entstand ein Bahnhofsgebäude, ein Magazingebäude und ein kleines Abstellgebäude für betriebliche Erfordernisse. Die beiden letzteren wurden aus Holz konstruiert. Der Bahnhof wurde allerdings von Magreid 3 km und von Kurtatsch 7 km entfernt einsam in den Obstplantagen errichtet.
Das Aufnahmsgebäude, aus Stein gemauert und verputz folgt den üblichen funktionalen Vorgaben: Trennung von Lager- und Betriebsgebäuden, Wohnungen im Obergeschoß. In diesem Fall wurde allerdings im Erdgeschoss noch eine dritte kleine Wohnung vorgesehen. Warte- und Betriebsraum sind im Verhältnis zur Gebäudegröße relativ klein ausgefallen. Gleisseitig erscheint das Gebäude mit seinen sechs Fensterachsen zwar klassisch streng gegliedert aber es fehlt der gewohnte Mittelrisalit. Umso auffälliger ist der aus dem Treppenhaus bestehende Mittelteil der Fassade, der weit hervorspringt. Hier ist das Walmdach als Giebel ausgebildet. Es fällt auf, das diese „Rückseite“ auch im Detail reicher gegliedert erscheint als die Ansicht vom Bahnsteig.
Direkt neben der schmalen Nordseite wurde ein kleines hölzernes Betriebsgebäude als Abstellraum errichte. Im Süden entstand ein hölzernes Magazingebäude auf einem Granitbruchsteinsockel mit Außentreppe zum Ausgleich des Trassengefälles.
Das Aufnahmegebäude des Bahnhofs Margreid-Kurtatsch ist nach der Renovierung gut erhalten. Der Bahnhof wurde etwa 3 km von Margreid und 7 km von Kurtatsch entfernt, mitten in den Obstkulturen, errichtet.
Das aus Stein gemauerte und verputzte Gebäude folgt den funktionalen Vorgaben der Bahnhofsarchitektur seiner Zeit: Trennung von Lager- und Betriebsbereichen sowie Unterbringung von Wohnungen im Obergeschoss. Gleisseitig präsentiert sich das Gebäude mit sechs Fensterachsen in klassisch-strenger Gliederung – jedoch ohne den sonst üblichen Mittelrisalit. Umso markanter tritt der aus dem Treppenhaus gebildete, weit vorspringende Mitteltrakt hervor. Das Walmdach ist giebelartig ausgebildet.
Die straßenseitige Fassade zeigt sich im Detail reicher gegliedert als die Gleisseite. Besonders auffällig ist der weit vorspringende, dreiachsige Bauteil mit Dreiecksgiebel, dessen größere, gerahmte Fenster das Erscheinungsbild prägen. Insgesamt ist die Fassade zurückhaltend horizontal gegliedert, mit flachem Relief und einer umlaufenden Lisene zur Abgrenzung der Stockwerke.
Bereits in den 1920er-Jahren erhielt das Gebäude einen StahlGlasvorbau, in dem die Fahrdienstleitung untergebracht war. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus mit zwei Wohneinheiten genutzt. Im Erdgeschoss stehen für den Bahnhofsbetrieb ein Warteraum mit Fahrkartenautomaten, ein Technikraum sowie sanitäre Anlagen zur Verfügung.
K.K. Privilegierte Südliche Staats-Lombardisch-Venetianische und Centralitalienische Eisenbahngesellschaft (1859)
Ab 1862 K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft, unter Alois von Negrelli (1854 u. 1856-1858), Luigi Tatti (1855) und Karl von Etzel (1859). Fertigstellung: Ende des 19.Jhts.
Informationen:
Laura Facchinelli, Die Eisenbahn Verona-Brenner, Athesia, Bozen 1995
Elisabeth Baumgartner, Kleinodien alt-österreichischer Eisenbahnarchitektur: Die Hochbauten der Brennerbahn, in Christoph Bertsch (Hrg), Industriearchäologie, Haymon Verlag 1992.
Elisabeth Baumgartner, Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol, Haymon Verlag 1990
Hans Jürgen und Carlo Rosenberger, Die Eisenbahnen in Südtirol, Athesia 1993
Nutzungskonzept für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth Baumgartner, Koordination: Wittfrieda Mitterer.
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