58. Bahnhof Niederdorf

BahnenPustertalbahnNiederdorfPustertal19. JahrhundertSpätes 19. Jahrhundert

58. Bahnhof Niederdorf

Niederdorf
1871
Alt und Neu, der historische Bahnhof wird um den neuen Teil erweitert

Kein Ort an der Südbahn ist so eng mit dem aufkommenden Bahntourismus verbunden wie Niederdorf. Niederdorf entwickelte sich dadurch zu einem bedeutenden Fremdenverkehrsort an der Pustertalbahn – und zu einem Markenzeichen der legendären Bäderkultur.

DATEN

Sammlung: Bahnen
Bezirk: Niederdorf
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Baubeginn: 1866
Inbetriebnahme: 1871
AuftraggeberIn: K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Projektant/Erfinder: Architekt Wilhelm von Flattich (1826-1900)

Emma Hellenstainer (1817–1904), die bekannte Wirtin des „Schwarzen Adlers“ und später des Hotel Emma am Hauptplatz von Niederdorf, erkannte früh die Chancen, die der Bau der Südbahn bot, und brachte neues, pulsierendes Leben in das abgelegene Pustertaler Dorf. Mit bodenständiger Qualität und ausgezeichneter Küche machte sie ihre Gastwirtschaft weit über die Grenzen hinaus bekannt. Niederdorf entwickelte sich dadurch zu einem bedeutenden Fremdenverkehrsort an der Pustertalbahn – und zu einem Markenzeichen der legendären Bäderkultur. Schon bald nach Errichtung des Aufnahmegebäudes wurde es durch einen einachsigen Anbau auf der Ostseite sowie einen zweiachsigen Anbau auf der Westseite mit jeweils flach geneigtem Dach ergänzt. Das kleine, eingeschossige Wärterhäuschen im Westen erhielt einen gemauerten und verputzten Anbau mit etwas niedrigerem Satteldach sowie eine hölzerne Remise. Das ursprüngliche hölzerne Magazin auf der langen Rampe wurde vermutlich nach dem Zweiten Weltkrieg durch eine gemauerte, verputzte Lagerhalle ersetzt. Etwas abseits, auf einem nordöstlich gelegenen Grundstück, wurde 1927 nach Plänen des römischen Architekten Angiolo Mazzoni ein dreigeschossiges Eisenbahnerwohnhaus errichtet. Um das Jahr 2000 entstand ein großer, asphaltierter P+R-Platz, an dessen westlichem Ende ein kleines hölzernes Blockhäuschen errichtet wurde. Im Jahr 2009 wurde der Bahnsteig an die Einstiegshöhe der Zuggarnituren angepasst, um einen komfortablen und barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Zudem wurden neue Überdachungen sowie eine moderne Bahnsteigunterführung gebaut.

K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Bauzeit 1866 –1871 von Franzensfeste bis Lienz. Fertigstellung: 1871 Heutige Eignerin: Italienische Staatsbahn FS (seit 1919 für die Strecke bis Innichen)

Architekt: Wilhelm von Flattich (1826-1900)
Wilhelm von Flattich (1826-1900), Hochbaudirektor der K.K. Privilegierten Südbahngesellschaft. Mitarbeit: Arch. Franz Wilhelm.

Informationen:
Francesco Pozzato, Il Treno in Pusteria, Athesia Bozen, 1990
Nutzungskonzept für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth Baumgartner, Koordination: Wittfrieda Mitterer. Workshop vom 15. Mai 2003 in Bozen.
Der Eisenbahnhochbau in seiner Durchführung auf den Linien der K.K.privilegierten Süd-Bahngesellschaft, von Wilhelm von Flattich und Franz Wilhelm, Atlas, Lehmann & Wenzel, Wien.
Hans Heiss, Kurzer Höhenflug: Der Bau der Pustertalbahn 1871, in Mobilitätszentrum Bruneck, der Architekturwettbewerb für das Bahnhofsareal, 2001, Folio Verlag, Wien-Bozen.

Erich Irenberger, FS Brixen
Architekt Albert Willeit, ehem. Obmann des Heimatpflegerverbandes Pustertal,Bruneck
Architekt Bernhard Lösch, Beirat für Baukultur im Heimatpflegeverband und Vertreter Italiens bei Europa Nostra, Innichen
Josef Oberhofer, Geschäftsführer Heimatpflegeverband, Bozen
Helmuth Stampfer, Landeskonservator und Leiter der Abteilung Denkmalpflege der Landesverwaltung, Bozen

Südtirol – Pustertal
Bahnhofstr. 135
I-39039 Niederdorf

Ferrovia Statale FS – Direktion Region Bozen
39100 Bozen
Tel: 0039-0471-976077
Fax: 0039-0471-313786
Webseite: http://www.trenitalia.it