29. Bahnhof Plaus

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29. Bahnhof Plaus

Plaus
1920
Das historische Aufnahmegebäude und das Depot stehen im harmonischen Wechselspiel mit den neuen Nutzbauten wie Radbox mit Schutzdach und bahnseitig integrierter Sitzbank sowie funktionaler Haltestelle

Der neue Bahnhof von Plaus mit seinem modernen, charakteristischen Design – entworfen vom Vinschger Bahnarchitekten Walter Dietl – bietet Anschluss an das Busnetz und verfügt über Stellplätze für Autos, Motorräder und Fahrräder. Das frühere Stationsgebäude aus den 1920er-Jahren wurde im Zuge des Neubaus abgerissen. Der Bahnhof befindet sich östlich des kleinen Dorfs Plaus, direkt am orografisch rechten Damm der Etsch.

DATEN

Sammlung: Bahnen
Bezirk: Plaus
Für Publikum zugänglich: Ja
Baubeginn: 1920
Inbetriebnahme: 1920 bis 1991
AuftraggeberIn: Vinschgauer Bahn AG.(aus der Bozen-Meraner Bahngesellschaft und den k.k. Staatsbahnen, konzessioniert am 7. Juli 1903)
Projektant/Erfinder: Bauausführung durch das Wiener Lokalbahnamt. Dieser Haltepunkt wurde nachträglich in den 20er Jahren des 20. Jhts durch die Bauabteilung der FS errichtet

3,284 km nach dem Bahnhof Töll erreicht man den Haltepunkt Plaus. Er wurde offenbar erst später – etwa in den 20er Jahren des 20. Jhts. – östlich des kleinen Dorfes Plaus direkt auf dem Damm der Etsch wenige Meter neben den Geleisen eingerichtet. Gestalterisch und funktional unterschied sich das alte Aufnahmegebäude deutlich von den übrigen Bahnhofsgebäuden der Jahre 1903 bis 1906. Es bestand aus einem Baukörper mit Satteldach und herabgezogenem westlichen Seitenteil, in dem zwei Wohnungen für Bahnbedienstete untergebracht waren. Der Warteraum befand sich im erdgeschossigen Seitenteil. Aufgrund der Lage am steilen Damm war das Gebäude unterkellert und verfügte über einen ebenerdigen Zugang zu den Kellerräumen.
Im Jahre 1928 wurde nach den Plänen des römischen Architekten Angiolo Mazzoni ein dreigeschossiges Wohnhaus für das Bahnpersonal errichtet.

Das historische Aufnahmegebäude, das Lagerhaus und die Eisenbahnerwohnungen stehen im harmonischen Wechselspiel mit den neuen Nutzbauten – etwa der Radbox mit Schutzdach und bahnseitig integrierter Sitzbank sowie der funktionalen Haltestelle. Im Zuge der Elektrifizierung der Vinschger Bahnstrecke wurden im Jahr 2018 die Bahnsteige verlängert. Der Bahnhof liegt direkt an der Straßenbrücke und relativ nah am Ortszentrum.
Die Bautypologie des Bahnhofs entspricht dem bereits in Algund anzutreffenden Gebäudeentwurf: Auf einem T-förmigen Grundriss sind die Warte- und Schalterräume im erdgeschossigen Seitenflügel unter einem Satteldach untergebracht. Der Zugang erfolgt an der Giebelseite vorbei, gleisseitig unter einer hölzernen Loggia mit flachem Satteldach. Der breitere Querteil mit Krüppelwalmdach beherbergt eine Wohnung für den Bahnwärter mit Zugang von der Straßenseite; er ist unterkellert. Das Dachgeschoss wird durch eine innenliegende Treppe erschlossen.
Das Gebäude besteht aus verputztem Mauerwerk mit flachen Eckrisaliten, Lisenen sowie Fenster- und Türgewänden mit Gesimsabschluss. Die Holzteile der Dachkonstruktion und der Loggia sind sorgfältig ausgearbeitet. Auf einem Betonsockel wurde westlich vom Aufnahmegebäude eine Lagerhalle mit Satteldach in Holzbauweise errichtet. Die Hälfte der Lagerfläche ist offen, nur überdacht, die andere Hälfte ist mit senkrechter Holzverschalung geschlossen und erhielt drei Doppeltüren und ein Fenster. Weiter westlich davon wurde in ähnlicher, aber geschlossener Bauweise noch ein kleineres hölzernes Magazin gebaut.

Vinschgauer Bahn AG.(aus der Bozen-Meraner Bahngesellschaft und den k.k. Staatsbahnen, konzessioniert am 7. Juli 1903)
Fertigstellung: Nach dem Ersten Weltkrieg zusätzlich eingerichteter Haltepunkt. Heutige Eignerin: Infrastruktur: Land Südtirol / Gebäude: Land Südtirol, bis 2034 Nutzungskonzession für die Gemeinde Plaus

Informationen und Zitate:
Bestandsaufnahme Vinschgerbahn durch die Autonome Provinz Bozen-Südtirol, Landesverwaltung, Abtlg. Denkmalpflege unter dem Abtlg. Direktor Dr. Helmut Stampfer, Bozen, 2000
Carmen MÜLLER; Meran-Mals, Vinschgau – auf den Spuren einer stillgelegten Bahnstrecke folio-, Verlag Wien Bozen, 2001
Hans WIESER, Bevor die Lok dreimal pfeift… – Gedanken zur Vinschgerbahn, Videodokumentation RAI Bozen
Elisabeth BAUMGARTNER, Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol, Innsbruck, Haymon, 1990
Wittfrieda MITTERER Hrg., Zeitzeichen der Technik, Edizione Raetia, Bozen, 1993
Hans-Jürgen und Carlo ROSENBERGER, Die Eisenbahnen in Südtirol, Athesia, Bozen, 1993
Nutzungskonzepte für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth BAUMGARTNER, Koordination: Wittfrieda MITTERER; Kuratorium für Technische Kulturgüter; Bozen, 2002

Auskunftspersonen:
Dr. Klaus KEMENATER, Geschäftsführer der STA, Bozen
Radames PANDINI, Bauabteilung der FS, Bahnhof Bozen, Planarchiv

Südtirol – Vinschgau
Feldweg
I-39025 Naturns / Plaus

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