32. Bahnhof Tschars
Ähnlich wie in Plaus wurde auch der Haltepunkt Tschars in den 1920er-Jahren inmitten der Obstplantagen errichtet, um den steigenden Mobilitätsanforderungen gerecht zu werden. Gegenüber dem historischen Stationsgebäude entstand eine neue Haltestelle, deren Bahnsteig im Jahr 2017 barrierefrei umgebaut, verlängert und funktional aufgewertet wurde.
DATEN
Ähnlich wie der Haltepunkt Plaus wurde der Haltepunkt Tschars – 2,748 km vom Bahnhof Schnalstal entfernt – wohl erst unter der Regie der FS in den Zwanziger Jahren des 20. Jhts. errichtet. Er liegt ebenfalls auf dem Etschdamm knapp vor den Geleisen einsam an der Bahnstrecke am Rande der Obstplantagen. Etwa 1 km weiter westlich wird die Anlage durch ein weiteres zweigeschossiges – im gleichen Baustil errichtetes – Bahnwärterhäuschen mit einem kleinen Diensthäuschen wenige Meter östlich davon ergänzt.
Das zweigeschossige Bahnwärterhaus von Tschars enthielt unter dem herabgezogenen westlichen Teil des Satteldaches einen Warteraum. Ansonsten diente es als Wohnung des Bahnwärters. Das Gebäude ist voll unterkellert. Der Keller ist durch die Lage am steilen Etschdamm, der gleichzeitig den Bahndamm bildet, erdgeschossig zugänglich. Das Haus wurde gemauert und verputzt und erhielt Holzkastenfenster mit Klappläden.
Dem Bahnwärter stand einige Meter vom Hauptbau nach Westen entfernt ein kleines erdgeschossiges Diensthäuschen mit Satteldach zur Verfügung. Es wurde ebenfalls gemauert und verputzt.
Das historische, zweigeschossige Bahnwärterhaus von Tschars, das – anders als jenes in Plaus – nicht abgerissen wurde, ist ein wichtiges Zeitdokument des infrastrukturellen Wandels im Vinschgau, insbesondere im Bereich des Bahnverkehrs. Das von den italienischen Staatsbahnen FS erbaute Stationsgebäude verfügte unter dem herabgezogenen westlichen Teil des Satteldachs über einen Warteraum.
Der restliche Teil des Gebäudes ist damals wie heute bewohnt. Aufgrund der Lage am steilen Etschdamm, der zugleich den Bahndamm bildet, wurde das Haus voll unterkellert; der Keller ist ebenerdig zugänglich. Das Gebäude besteht aus verputztem Mauerwerk und wurde mit klassischen Holzkastenfenstern samt Klappläden ausgestattet.
Vinschgauer Bahn AG.(konstituiert aus der Bozen-Meraner Bahngesellschaft und den K.K. Staatsbahnen, konzessioniert am 7. Juli 1903)
Fertigstellung: Nach dem Ersten Weltkrieg als Haltestelle eingerichtet. Heutige Eignerin: Infrastruktur: Land Südtirol / Gebäude: Land Südtirol, bis 2034 Nutzungskonzession für die Gemeinde Tschars
Informationen und Zitate:
Bestandsaufnahme Vinschgerbahn durch die Autonome Provinz Bozen-Südtirol, Landesverwaltung, Abtlg. Denkmalpflege unter dem Abtlg. Direktor Dr. Helmut Stampfer, Bozen, 2000
Carmen MÜLLER; Meran-Mals, Vinschgau – auf den Spuren einer stillgelegten Bahnstrecke folio-, Verlag Wien Bozen, 2001
Hans WIESER, Bevor die Lok dreimal pfeift… – Gedanken zur Vinschgerbahn, Videodokumentation RAI Bozen
Elisabeth BAUMGARTNER, Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol, Innsbruck, Haymon, 1990
Wittfrieda MITTERER Hrg., Zeitzeichen der Technik, Edizione Raetia, Bozen, 1993
Hans-Jürgen und Carlo ROSENBERGER, Die Eisenbahnen in Südtirol, Athesia, Bozen, 1993
Nutzungskonzepte für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth BAUMGARTNER, Koordination: Wittfrieda MITTERER; Kuratorium für Technische Kulturgüter; Bozen, 2002
Auskunftspersonen:
Dr. Klaus KEMENATER, Geschäftsführer der STA, Bozen
Radames PANDINI, Bauabteilung der FS, Bahnhof Bozen, Planarchiv
Südtirol – Vinschgau
Tschars
I-39020 Kastelbell
STA (Infrastruktur)
Gerbergasse 60
I-39100 Bozen
Tel: 0039-0471-312811
Webseite: http://
SAD (Fahrbetrieb)
Italienallee 6/N
I-39100 Bozen
Tel: 0039-0471-450111
Webseite: http://
