67. Bahnhof Vintl

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67. Bahnhof Vintl

Vintl
1871
Der Bahnhof Vintl liegt 744 Meter über dem Meeresspiegel

Vintl ist eine dynamisch wachsende Gemeinde mit einem stetig expandierenden Gewerbegebiet. Gerade unter diesem Aspekt sollte die Bahn als öffentliches Verkehrsmittel eine attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr für die Beschäftigten darstellen.

DATEN

Sammlung: Bahnen
Bezirk: Pustertal
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Baubeginn: 1866
Inbetriebnahme: 1871
AuftraggeberIn: K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Projektant/Erfinder: Architekt Wilhelm von Flattich (1826-1900)

Der Bahnhof wurde ursprünglich mit einem Aufnahmegebäude des Typs III. Klasse ausgestattet – gemäß den von Wilhelm von Flattich entwickelten Typenplänen für die Pustertaler Linie. Um das Jahr 1960 wurde diesem Baukörper ostseitig ein einfacher Seitenflügel mit gemauerten und verputzten Wänden sowie einem Satteldach angefügt, gestalterisch wenig überzeugend und klar der Funktion untergeordnet.

Im Westen des Areals wurde um 1990 eine Lokwerkstatt errichtet; gleichzeitig entstand auf der Ostseite ein relativ großes, zweigeschossiges Magazingebäude mit integrierter Trafostation. Dafür musste das zuvor bestehende, architektonisch bemerkenswerte hölzerne Magazin abgerissen werden. Unmittelbar östlich davon wurde etwa zur selben Zeit ein weiteres kleines Magazin ergänzt. Zur besseren Erreichbarkeit des Bahnhofs wurde vor kurzem ein Zugang von der höher gelegenen Pustertaler Straße mittels verzinkter Metalltreppe angelegt. Die internen Freiflächen des Bahnhofsareals wurden in diesem Zuge mit Betonsteinen gepflastert.

Nach der behutsamen Sanierung des historischen Aufnahmegebäudes in den 1990er-Jahren erfolgte im Jahr 2008 eine umfassende Erneuerung der Gleisanlagen. Dank der neu eingerichteten Ausweichstelle können Züge nun auch auf der eingleisigen Pustertaler Strecke komfortabel kreuzen. Im Zuge der Modernisierung wurden neue Bahnsteige errichtet, eine barrierefreie Bahnsteigunterführung mit Aufzügen geschaffen sowie Überdachungen und Fahrradabstellplätze installiert. Diese baulichen Ergänzungen sind formal klar, funktional ausgerichtet und lehnen sich in ihrer Gestaltung respektvoll an die historischen Typenpläne von Bahnarchitekt Wilhelm von Flattich an – eine zeitgemäße, sachliche Neuinterpretation mit Bezug zur ursprünglichen architektonischen Sprache

K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Bauzeit 1866 –1871 von Franzensfeste bis Lienz. Fertigstellung: 1871 Heutige Eignerin: Italienische Staatsbahn FS (seit 1919 für die Strecke bis Innichen)

Architekt: Wilhelm von Flattich (1826-1900)
Wilhelm von Flattich (1826-1900), Hochbaudirektor der K.K. Privilegierten Südbahngesellschaft. Mitarbeit :Arch. Franz Wilhelm.

Bahnhof Vintl
Informationen:
Francesco Pozzato ?Il Treno in Pusteria? Athesia Bozen, 1990
?Nutzungskonzept für verwaiste Bahnhöfe? Text: Elisabeth Baumgartner, Koordination: Wittfrieda Mitterer. Workshop vom 15. Mai 2003 in Bozen.
?Der Eisenbahnhochbau in seiner Durchführung auf den Linien der K.K.privilegierten Süd-Bahngesellschaft? von Wilhelm von Flattich und Franz Wilhelm, Atlas, Lehmann & Wenzel, Wien.
Hans Heiss ?Kurzer Höhenflug: Der Bau der Pustertalbahn 1871? in Mobilitätszentrum Bruneck, der Architekturwettbewerb für das Bahnhofsareal, 2001, Folio Verlag, Wien-Bozen.
Erich Irenberger, FS Brixen. Architekt Albert Willeit, ehem. Obmann des Heimatpflegerverbandes Pustertal,Bruneck. Architekt Bernhard Lösch, Beirat für Baukultur im Heimatpflegeverband und Vertreter Italiens bei Europa Nostra, Innichen, Josef Oberhofer, Geschäftsführer Heimatpflegeverband, Bozen. Helmuth Stampfer, Landeskonservator und Leiter der Abteilung Denkmalpflege der Landesverwaltung, Bozen.

Südtirol – Pustertal
Pustertaler Str. 3
I-39030 Vintl

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39100 Bozen
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