59. Bahnhof Welsberg-Taisten

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59. Bahnhof Welsberg-Taisten

Welsberg
1871
Bahnhofsmeile Welsberg. Die neue Haltestelle fügt sich zwischen den historischen Gebäuden, Lagerhalle und Aufnahmegebäude harmonisch ein

Der Bahnhof Welsberg stellt ein herausragendes technikgeschichtliches Ensemble der Pustertalbahn dar und steht seit 2004 unter Denkmalschutz. Es umfasst das historische Aufnahmegebäude mit Wartesaal, den Lagerschuppen mit Laderampe, ein Bahnwärterhaus im westlichen Bereich der Anlage sowie die markante Wasserstation, die innerhalb der Südtiroler Bahninfrastruktur aufgrund ihres Einmaligkeitscharakters eine absolute Sonderstellung einnimmt.

DATEN

Sammlung: Bahnen
Bezirk: Pustertal
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Baubeginn: 1866
Inbetriebnahme: 1871
AuftraggeberIn: K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Projektant/Erfinder: Architekt Wilhelm von Flattich (1826-1900)

Der Funktionsbau wurde am 20. November 1871 feierlich eröffnet. Am Ufer der Rienz, am Eingang zum Gsieser Tal gelegen und begleitet von einer dem Bahningenieur Prenninger gewidmeten Parkanlage, entfaltet sich die Bahnstation Welsberg in eindrucksvoller landschaftlicher Einbettung.

Besonderes Augenmerk gilt dem historischen Wasserturm, der gezielt am topographisch höchsten Punkt des Bahnhofsgeländes errichtet wurde. Dank des natürlichen Gefälles der umliegenden Quellen besitzt die Anlage noch heute hydraulisches Potenzial zur Wasserspeicherung. Mit seiner einmaligen originalen Baugestalt prägt der Turm die Sichtachse vom Bahnhofsvorplatz in östlicher Richtung zur eindrucksvollen Bergkulisse des Haunoldmassivs und unterstreicht somit auch städtebaulich seine Bedeutung. Der achteckige Turmbau wurde im Erdgeschoss in Sichtmauerwerk errichtet und beinhaltet das ursprüngliche Zu- und Ableitungssystem der Wasserversorgung. Im Obergeschoss, als Holzkonstruktion mit vertikaler Holzverschalung ausgeführt, liegt der genietete Wasserspeicher aus Stahlblech – ein selten erhaltenes Original. An der Nordseite fügt sich ein Treppenturm mit gewendelter Stiege an, der Zugang zum Obergeschoss bietet. Im Treppenauge verläuft ein Kamin zur Beheizung. Ein weiterer, nordwestlich außenliegender Ziegelkamin von etwa 11 m Höhe diente ursprünglich der Temperierung der Wasserleitungen zur Verhinderung von Frostschäden.
Anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Pustertalbahn wurde der Wasserturm im Jahr 2021 vorbildlich restauriert und seiner ursprünglichen Bestimmung als technisches Kulturdenkmal wieder zugeführt. Die Planung und Betreuung des Restaurierungsprojekts hatte das Kuratorium für Technische Kulturgüter inne.
Die benachbarten Eisenbahnerwohnhäuser, die 1927 nach den Typenplänen des renommierten Architekten Angiolo Mazzoni errichtet wurden, setzen die gestalterische Qualität des Ensembles fort. In Materialität, Struktur und Oberflächenwirkung fügen sie sich nahtlos in die unverwechselbare Bahnarchitektur entlang des Pustertaler Schienenweges ein.

Das Gesamtbild des Ensembles – bestehend aus dem restaurierten Aufnahmegebäude, dem signifikanten Wasserturm, den angrenzenden Wohngebäuden sowie den erneuerten Bahnsteigen – vermittelt einen hohen Wiedererkennungswert und macht Welsberg zu einem eindrucksvollen Zeugnis eisenbahntechnischer Baukunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Bauzeit 1866 –1871 von Franzensfeste bis Lienz. Fertigstellung: 1871 Heutige Eignerin: Italienische Staatsbahn FS (seit 1919 für die Strecke bis Innichen)

Architekt: Wilhelm von Flattich (1826-1900)
Wilhelm von Flattich (1826-1900), Hochbaudirektor der K.K. Privilegierten Südbahngesellschaft. Mitarbeit :Arch. Franz Wilhelm.

Informationen:
Francesco Pozzato, Il Treno in Pusteria, Athesia Bozen, 1990
Nutzungskonzept für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth Baumgartner, Koordination: Wittfrieda Mitterer. Workshop vom 15. Mai 2003 in Bozen.
Der Eisenbahnhochbau in seiner Durchführung auf den Linien der K.K.privilegierten Süd-Bahngesellschaft, von Wilhelm von Flattich und Franz Wilhelm, Atlas, Lehmann & Wenzel, Wien.
Hans Heiss, Kurzer Höhenflug: Der Bau der Pustertalbahn 1871, in Mobilitätszentrum Bruneck, der Architekturwettbewerb für das Bahnhofsareal, 2001, Folio Verlag, Wien-Bozen.

Erich Irenberger, FS Brixen
Architekt Albert Willeit, ehem. Obmann des Heimatpflegerverbandes Pustertal,Bruneck
Architekt Bernhard Lösch, Beirat für Baukultur im Heimatpflegeverband und Vertreter Italiens bei Europa Nostra, Innichen
Josef Oberhofer, Geschäftsführer Heimatpflegeverband, Bozen
Helmuth Stampfer, Landeskonservator und Leiter der Abteilung Denkmalpflege der Landesverwaltung, Bozen

Südtirol – Pustertal
Bahnhofstr. 18
I-39035 Welsberg

Ferrovia Statale FS – Direktion Region Bozen
39100 Bozen
Tel: 0039-0471-976077
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