54. Bahnhof Winnebach
Obgleich der Bahnhof fast 2 km vom Ortskern Vierschachs entfernt liegt – etwa auf halber Strecke nach Winnebach, dem italienischen Grenzort zu Osttirol –, wurde er vermutlich als gemeinsamer Haltepunkt für beide Orte zu einem etwas späteren Zeitpunkt errichtet als die übrigen Stationen der Pustertalbahn.
DATEN
Direkt an der Staatsstraße vor der Drau, am Fuße des Helms gelegen, zeigt sich das Bauwerk in einer klassizistisch-spröden Architektur, die auf jede Anlehnung an alpine oder bäuerliche Bauformen verzichtet. Die langgestreckten, durch sieben Fensterachsen rhythmisch gegliederten zweigeschossigen Fassaden sind klar horizontal strukturiert: Das Erdgeschoss ist in sandsteinartig wirkendem Werkstein ausgeführt, das Obergeschoss in Klinkern gemauert. Die Fensterrahmungen und die Eckrisalite sind zur Betonung in grober Bossierung gestaltet, wobei Schlusssteine die Fenster des Erdgeschosses akzentuieren.
Eine umlaufende, glatt gehaltene Doppellisene trennt die Geschosse deutlich und setzt sich – in abgeschwächter Form – auch im Sockelbereich fort. Diese Gesimse dienen zugleich als Fensterbänke. Die Fenster selbst sind im Erdgeschoss in regelmäßigem Wechsel mit den Türen angeordnet; im Obergeschoss verstärken sie gemeinsam mit den Schlagläden die horizontale Gliederung der Fassade und verleihen ihr eine bandartige Struktur.
K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Bauzeit 1866 –1871 von Franzensfeste bis Lienz. Fertigstellung: 1871 (oder etwas später) Heutige Eignerin: Italienische Staatsbahn FS (seit 1919 für die Strecke bis Innichen)
Architekt: Wilhelm von Flattich (1826-1900)
Wilhelm von Flattich (1826-1900), Hochbaudirektor der K.K. Privilegierten Südbahngesellschaft. Mitarbeit: Arch. Franz Wilhelm.
Informationen:
Francesco Pozzato, Il Treno in Pusteria, Athesia Bozen, 1990
Nutzungskonzept für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth Baumgartner, Koordination: Wittfrieda Mitterer. Workshop vom 15. Mai 2003 in Bozen.
Der Eisenbahnhochbau in seiner Durchführung auf den Linien der K.K.privilegierten Süd-Bahngesellschaft, von Wilhelm von Flattich und Franz Wilhelm, Atlas, Lehmann & Wenzel, Wien.
Hans Heiss, Kurzer Höhenflug: Der Bau der Pustertalbahn 1871, in Mobilitätszentrum Bruneck, der Architekturwettbewerb für das Bahnhofsareal, 2001, Folio Verlag, Wien-Bozen.
Erich Irenberger, FS Brixen
Architekt Albert Willeit, ehem. Obmann des Heimatpflegerverbandes Pustertal,Bruneck
Architekt Bernhard Lösch, Beirat für Baukultur im Heimatpflegeverband und Vertreter Italiens bei Europa Nostra, Innichen
Josef Oberhofer, Geschäftsführer Heimatpflegeverband, Bozen
Helmuth Stampfer, Landeskonservator und Leiter der Abteilung Denkmalpflege der Landesverwaltung, Bozen
Südtirol – Pustertal
Winnebacherstr.22
I-39038 Winnebach
Ferrovia Statale FS – Direktion Region Bozen
39100 Bozen
Tel: 0039-0471-976077
Fax: 0039-0471-313786
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