28. Brücke von Gmund

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28. Brücke von Gmund

Auer
1859
Hochgeschwindigkeitszug quert Bahnbrücke

Die erste Eisenbahnbrücke Südtirols war jedoch keine Eisenfachwerkbrücke, sondern die steinerne Bogenbrücke von Gmund bei Auer, die nach den Plänen von Alois von Negrelli erbaut und 1859 für den Bahnverkehr freigegeben worden war. Die EtschBrücke bestand aus fünf Feldern, jedes mit einer lichten Weite von 15 m und einer Pfeilerhöhe von 2 m. Die Ziegelgewölbe an den Stirnseiten waren kunstvoll mit Steinquadern verkleidet.

DATEN

Sammlung: Brücken und Viadukte
Bezirk: Auer
Inbetriebnahme: 1859
Projektant/Erfinder: Alois von Negrelli

Die erste Eisenbahnbrücke Südtirols war jedoch keine Eisenfachwerkbrücke, sondern die steinerne Bogenbrücke von Gmund bei Auer, die nach den Plänen von Alois von Negrelli erbaut und 1859 für den Bahnverkehr freigegeben worden war. Die EtschBrücke bestand aus fünf Feldern, jedes mit einer lichten Weite von 15 m und einer Pfeilerhöhe von 2 m. Die Ziegelgewölbe an den Stirnseiten waren kunstvoll mit Steinquadern verkleidet. Über den mächtigen Kunstbau führte das Gleis der Bahn sowie ein zweites Blindgleis, das zu einem späteren Zeitpunkt in Betrieb genommen wurde. Das darauf wuchernde Gras, ebenso jenes an den Böschungen, soll so üppig gewesen sein, dass der Bahnwärter davon sogar eine Kuh ernähren konnte.

Doch das Bauwerk war von kurzer Lebensdauer. Anlässlich der verheerenden Überschwemmungen von 1882 stauten sich an den zu niedrig bemessenen Pfeilern die gewaltigen Wassermassen der Etsch und richteten großen Schaden an. Die k.u.k. Südbahngesellschaft ersetzte die Gmunder Brücke durch eine monumentale, genietete eiserne Bogenbrücke mit einer gesamten Spannweite von 120 m. Am 4. Juli 1889, fast zeitgleich mit der Eröffnung des Eiffelturms in Paris, fuhren vier schwere Dampflokomotiven mit Tender zur Belastungsprobe über die Brücke, die anschließend für den Bahnverkehr freigegeben wurde. Das Einzugsgebiet der Gmunder Brücke wurde später als die „Hölle Südtirols“ bekannt, da während des Zweiten Weltkriegs von August 1944 bis April 1945 über hundert Großangriffe aus der Luft gezählt wurden. Die einst prächtige Bogenbrücke landete als Wrack in den Fluten der Etsch. Die italienische Bahnverwaltung ersetzte 1949 die hölzerne Notbrücke durch eine gerade Eisenfachwerkbrücke, über die bis heute der gesamte Nord-Süd-Bahnverkehr abgewickelt wird.