23. Kabinenbahn St. Ulrich – Seiser Alm

23. Kabinenbahn St. Ulrich – Seiser Alm

St. Ulrich
1935
Die erste 1935 gebaute Talstation der Bahn St. Ulrich–Seiser Alm

Die Seiser-Alm-Bahn von St. Ulrich war eine Pionierleistung für den Tourismus in Gröden: Seit ihrer Eröffnung 1935 erleichterte sie den Zugang zu Europas größter Hochalm und förderte sowohl Sommer- als auch Wintertourismus. Nach mehreren Ausbauten und technischen Erneuerungen wurde sie 1999 durch eine moderne Kabinenumlaufbahn ersetzt, deren Kapazität die der ersten Anlage um ein Vielfaches übertrifft. Die Bahn legte damit einen wichtigen Grundstein für die touristische Entwicklung des Grödentals.

DATEN

Sammlung: Bergbahnen
Bezirk: Gröden
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Baubeginn: 1934
Inbetriebnahme: 27.01.1935
AuftraggeberIn: Seilbahngesellschaft
Projektant/Erfinder: Louis Zuegg, Lana; Ing. Leo Demetz, St. Ulrich
Erbauer/Konstrukteur: 1969 - Hölzl, Lana; 1999 - Leitner, Sterzing

Bereits 1929 hatte Seilbahnpionier Luis Zuegg ein erstes Projekt für eine Bahn auf die Seiser Alm erarbeitet, das jedoch an den hohen Kosten scheiterte. Geplant war zunächst eine Kombination aus Standseilbahn und Seilbahn. Spätere technische Neuerungen im Seilbahnbau von Ingenieur Zuegg machten eine Senkung der Baukosten möglich, sodass man sich schließlich für eine klassische Seilbahn entschied. Im Sommer 1934 wurde mit den Bauarbeiten unter der technischen Leitung von Ing. Leo Demetz begonnen. Nach kurzer Bauphase konnte die erste Seilbahn in Gröden ihrer Bestimmung übergeben werden.

An der Eröffnungsfeier am 27. Jänner 1935 nahmen neben anderen Ehrengästen auch Kronprinz Umberto von Savoyen und Präfekt Giuseppe Mastromattei teil.

Die 1935 eröffnete Pionierbahn, die ihre Fahrgäste in nur sechs Minuten von St. Ulrich auf die Hochflächen der Seiser Alm transportierte, erfreute sich während der Sommersaison und durch den aufkommenden Wintersport auch in den Wintermonaten zunehmender Beliebtheit. Da ursprünglich die Stationsbauten auf das Nötigste beschränkt waren, wurde die Bergstation bereits im Jahre 1938/39 dem Besucherandrang angepasst und um einen großen Panoramasaal, eine Küche, mehrere Lagerräume und 15 Fremdenbetten erweitert. Ermutigt durch die begeisterte Aufnahme der Seiser-Alm-Bahn beschloss Leo Demetz bereits 1936, einen Skilift nahe der Talstation der Pendelbahn zu errichten, um so dem zunehmenden Skisport einen weiteren Anreiz zu bieten. Doch der Skilift zum Piz di Ronce hatte einen schwierigen Start: Die italienischen Behörden ließen die in der Schweiz gefertigte Anlage nicht über die Grenze, weil die faschistischen Gesetze zur Sicherung der Autarkie des Landes die Einfuhr dieser Ware verboten. Kurz entschlossen heuerte Leo Demetz 14 Träger an, die ihm die Anlage in einer Nacht- und Nebelaktion Stück für Stück über die Grenze schmuggelten. Ohne weitere Schwierigkeiten seitens der Behörden konnte die Anlage dann auf den sogenannten „Ronce“Wiesen aufgestellt werden – doch der erwartete Erfolg blieb aus.

Die Vorstellung, dass zum „echten“ Skifahren auch das Zu-FußHinaufgehen gehörte, war in den Köpfen der Skifahrer tief verhaftet. Deshalb kam Leo Demetz die Nachricht von einem Ferienaufenthalt der zukünftigen Königin von Italien, Prinzessin Maria Jose, in Gröden wie gerufen. Sofort wurde die Prinzessin zu einer offiziellen Fahrt mit dem Skilift eingeladen. Viele Schaulustige und auch einige Journalisten fanden sich ein, um dem außergewöhnlichen Ereignis beizuwohnen. Doch bevor der Ehrengast die Fahrt mit dem neuartigen Transportmittel antreten sollte, wurde als Testfahrer ein anderer Skifahrer vorausgeschickt, der nach wenigen Metern hinfiel. Daraufhin entschieden die Herren des adeligen Gefolges sehr zum Missfallen des unternehmungslustigen Liftbetreibers, dass aus der geplanten Liftfahrt der Prinzessin nichts werden sollte, und zwar mit der Begründung: „Una principessa non può cadere!“ Somit war die werbewirksame Probefahrt mit blaublütiger Besetzung an den Tücken der Technik gescheitert.

20 Jahre nach der Eröffnung wurden die Anlage und die Talstation modernisiert und u.a. die hölzernen Kabinen durch Blechkabinen ersetzt. Um bei anhaltendem Aufschwung des Wintertourismus lange Warteschlangen zu vermeiden, wurde die Bahn 1968 wieder erneuert und durch eine leistungsstärkere Zweiseil-Pendelbahn ersetzt, die für weitere 30 Jahre in Betrieb war. Um den kontinuierlich ansteigenden Besucherzahlen und den wachsenden Ansprüchen an Komfort und Bequemlichkeit Rechnung zu tragen, wurde 1999 anstelle der Zweiseil-Pendelbahn neben der alten Trasse eine moderne kuppelbare Kabinenumlaufbahn errichtet. Damals war sie Italiens modernste Zweiseil-Umlaufbahn der Firma Waagner Biro, heute Leitner AG

 

Die Umlenk- und Spannstation der ’Seiseralmbahn’ wurde 1934 am südlichen Dorfrand von St. Ulrich errichtet. Das eingeschossige, auf polygonalem Grundriss errichtete Gebäude gliederte sich in den zentralen, rechteckigen Gebäudetrakt, in dem die Publikumsräumlichkeiten und der technische Funktionsbereich untergebracht waren, und die etwas schmälere offene Wagenhalle. Von der Bergseite waren der offene Bahnsteig mit den Einfahrtsschächten für die Fahrzeuge und die darüber hinausragenden Leitplanken einsehbar. Hinter diesem zentralem Stationsbereich befanden sich der Warteraum mit Fahrkartenschalter und dahinterliegend die vertieften Spannschächte mit den -gewichten. Die schräg einlaufenden Seile der Bahn folgten der Neigung des Pultdaches; der Zugseilring wurde durch die Seilscheibe umgelenkt, während die Tragseile mit den Spanngewichten verbunden waren. Zusätzliche Spannseile stellten die Verbindung zwischen den frei hängenden Gewichten und dem Spannschlitten her. Die Bergstation bildete das formale wie funktionale Gegenstück zur Talstation.
Die auf polygonalem Grundriss errichtete und der exponierten Hanglage angepasste Bergstation gliederte sich in die offene Wagenhalle und das eigentliche, zweigeschossige Stationsgebäude, in dem die Antriebsvorrichtung samt technischen Nebenräumen, die Bahnhofsräumlichkeiten und eine Gaststätte untergebracht waren.
Im Untergeschoss war neben dem Warteraum der Seilraum und der Maschinenraum untergebracht, in dem sich die Antriebsgruppe samt Reservemotor, elektromagnetischer Bremse und Notbremse befand. Eine Welle übertrug die Drehbewegung des Motors auf die im darüber liegenden Stockwerk angeordnete Seilscheibe. Neben weiteren technischen Vorrichtungen befand sich im Erdgeschoss in der verglasten Veranda eine Gaststube. Die dazugehörige Küche war notdürftig im Seilraum der Station im Untergeschoss untergebracht. Das Obergeschoss hingegen diente als Personalwohnung für den Maschinisten.

Bei der Zweiseilpendelbahn wurden die Kabinen durch ein Zugseil auf Tragseilen im Pendelbetrieb bewegt. Der Ein- und Ausstieg der max. 16 Fahrgäste erfolgte bei stehenden Fahrzeugen.
Die rechteckigen Kabinen bestanden aus einem Profileisengerüst, dessen Seiten im unteren Wandbereich mit Holz, im oberen mit Glas gefüllt waren.

1935 als Zweiseilpendelbahn eröffnet: 2 Stützen wurden entlang der Bahnlinie aufgestellt, um den Höhenunterschied von 787 m zwischen der auf 1.213 m gelegenen Talstation und der Bergstation auf 2.000 m zu überbrücken. Es verkehrten 2 Kabinen im Pendelverkehr mit einer Geschwindigkeit von 5,6 m/s. Bei einer Fahrzeugkapazität von 16 Personen ergab dies eine Förderleistung von 150 P/h. Die Einstellung der Anlage erfolgte 1968.

1968/69 durch neue Zweiseilpendelbahn ersetzt: Es wurden 2 Stützen benötigt, um die 1.847 m Gesamtlänge der Anlage bei einer größten Steigung von 66 % zu überwinden. Die Bergstation lag auf 2.001 m, die Talstation auf 1.227 m. Es verkehrten weiterhin 2 Kabinen im Pendelverkehr mit einer Geschwindigkeit von 10 m/s. Bei einer Fahrzeugkapazität von 50 Personen ergab dies eine Förderleistung von 545 P/h. Die Einstellung der Anlage erfolgte 1999.

1999 durch Einseilumlaufbahn mit betrieblich lösbaren Kabinen abgelöst: Es werden nun 3 Stützen benötigt, um die 1.861 m Gesamtlänge der Analge bei einer größten Steigung von 78 % zu überwinden. Die Bergstation liegt auf 2.005 m, die Talstation auf 1.227 m. Es verkehren heute 26 Kabinen mit einer Geschwindigkeit von 5 m/s. Bei einer Fahrzeugkapazität von 15 Personen ergibt dies eine Förderleistung von 1.600 P/h.

Die Stationsvorrichtungen der 1969 errichteten Zweiseilpendelbahn Wolkenstein – Ciampinoi und der 1969 errichteten Talstation der Zweiseilpendelbahn St. Ulrich – Furnes sind mit jenen der Seiser-Alm-Bahn vergleichbar.

Die Antriebsstation der 1969 errichteten Zweiseilpendelbahn befand sich im Tal, die Umlenkstation am Berg.
Die Großkabine für 50 Personen bestand aus einem rechteckigen Wagenkasten aus. Diese Fertigungstechnik stammte aus dem Flugzeugbau.

1999 wurde eine Zweiseilpendelbahn mit betrieblich lösbaren Kabinen für 15 Personen gebaut. Die geschlossenen Kabinen werden in den Stationen am Zugseil an- und abgekuppelt. Die Fahrzeuge werden durch ein Zugseil an einem Tragseil bewegt. Der Ein- und Ausstieg erfolgt bei sich langsam bewegenden Fahrzeugen.

Bei den 1999 errichteten Stationsanlagen sind die bisher gebräuchlichen Spanngewichte durch eine hydraulische Spannvorrichtung ersetzt worden, die direkt hinter dem Spannwagen agiert. Diese Neuerung bringt mehrere Vorteile mit sich: Ohne Spannschächte, -seile und -gewichte kann eine Station platzökonomischer errichtet werden, die periodische Wartung der Spannseile entfällt. Die hydraulische Spannvorrichtung wird in die Antriebsstation integriert.
Bei kuppelbaren Seilbahnen werden die Fahrzeuge in den Stationen vom Förderseil abgekuppelt und auf Laufschienen durch die Station geführt. Eine Verzögerungsstrecke senkt die Fahrtgeschwindigkeit der Kabinen. Das hat den Vorteil, dass die Passagiere bequem und ohne Zeitdruck in relativ langsam fahrende Kabinen (0,3 – 0,5 m/s) einsteigen bzw. von ihnen aussteigen können. Anschließend wird die Kabine auf der Beschleunigungsstrecke wieder auf Seilgeschwindigkeit gebracht und an der Kuppelstelle automatisch ans Förderseil angekuppelt. Komfort, Sicherheit und Förderleistung der Anlage werden auf diese Weise gesteigert.

Da die Talstation der Vorgängeranlage den Stations- und den Verwaltungsbereich in einem Gebäude vereint hatte, wurde, um der neu zu errichtenden Talstation Platz zu machen, der Stationstrakt abgetragen. Die andere Gebäudehälfte, der dreigeschossige Verwaltungs- und Wohntrakt, ist in Form und Funktion erhalten geblieben. Der parallel zum Hang ausgerichtete Altbau grenzt an seiner östlichen Schmalseite an den quer dazu stehenden und ungleich größeren Neubau, sodass die beiden Bauvolumen einen L-förmigen Gebäudekomplex bilden. Der Neubau selbst gliedert sich in den als Parkgarage genutzten Sockelbau und das darüber liegende Stationsgebäude.
Das Stationsgebäude ist eine hallenartige, in Skelettbauweise errichtete Konstruktion, die in ihrer Ausrichtung der Fahrtrichtung der Kabinen folgt. Das raffiniert gestaltete Satteldach mit den unterschiedlich weit heruntergezogenen Dachhälften und an den Längsseiten weit auskragenden Dachfortsätzen gibt dem Gebäude seine markante Form.
Von der Talseite aus betrachtet ist die Nordfront, die Schauseite des Gebäudes, sichtbar. Diese kontrapunktisch geknickte Schmalseite ist im unteren Wandbereich an den Ecken und im Mittelteil durch weißgetünchtes Mauerwerk gestaltet, während die restliche Fassadenfläche durch hochrechteckige Fensterflächen geschlossen ist. An der östlichen Langseite wird dieses Gestaltungsprinzip in ähnlicher Form weitergeführt. Die westliche Langseite hingegen bildet den sog. Aufnahmebereich für das Publikum: Unter dem auskragenden Vordach sind der Abgang zu den Tiefgaragen und der Fahrkartenschalter angeordnet. Zwischen diesen kabinenartigen Räumlichkeiten liegt der Haupteingang, der von einem quer zum Hauptdach angeordneten Satteldachelement überfangen und betont wird. Mehrere Drehkreuze im Eingangsbereich regeln den Zustrom der Fahrgäste zum halbrund angelegten Ein- und Ausstiegsbereich im Stationsinneren. Dort befinden sich zwei massive Betonstützen, die als Träger für die hufeisenförmig angeordnete Verzögerungs- und Beschleunigungsschiene sowie für die am Gerüst montierte Umlenkscheibe dienen.
Die offene südliche Schmalseite gibt den Blick frei auf den zentralen Stationsbereich und den parallel dazu angeordneten Bahnhof für die Fahrzeuge. Die Reduktion der Baumaterialien und deren differenzierter Einsatz prägen die Architektursprache, die geschickt die repräsentativen Anforderungen mit den architektonischen Tendenzen zu mehr Transparenz und zur Schau getragener Funktion vereint. Der bewusste Einsatz von Glas und Stahl durchbricht die Geschlossenheit des Gebäudes und gibt in den durchfensterten Bereichen den Blick auf die Konstruktion und das technische Innenleben frei. Die Idee der Leichtigkeit und des Schwebens findet auch bei der markanten Dachlösung ihren Niederschlag: Die einerseits an die umgebende Bergkulisse, aber auch an eine geometrisierte Wellenbewegung erinnernde Konstruktion scheint auf der Stationshalle zu schweben. Der großzügige Einsatz von Glas im oberen Wandbereich unterstützt diesen Eindruck.
Analog zur Talstation wurde auch bei der Bergstation der Stationsbereich der Vorgängeranlage abgetragen, um Platz zu schaffen für den Stationsneubau. Der Restaurationstrakt mit der großen Panoramaterrasse ist in Form und Funktion unverändert geblieben. Die Bergstation auf 2.005 m bildet das formale wie funktionale Gegenstück zur Talstation. Für die ankommenden Fahrgäste ist das Untergeschoss, in dem der Maschinenraum samt Antriebsvorrichtung untergebracht ist, sichtbar. Über diesem Gebäudesockel erhebt sich die nach dem Muster der Talstation gestaltete Stationshalle. Die Nordseite öffnet sich zu einem geräumigen Ein- und Ausfahrtsbereich, der den Blick ins Halleninnere zur eigentlichen Stationsvorrichtung freigibt. Diese besteht aus einem massiven Stationsfuß, der als Stütze für die hufeisenförmig angeordnete Verzögerungs- und Beschleunigungsschiene und die an der zentralen Plattform montierte Antriebsscheibe fungiert. Neben den zentralen Stationselementen sind die elektronischen Kontrollvorrichtungen in kabinenartig abgetrennten Räumlichkeiten untergebracht.

Die aus Fieberglas bestehende Umlaufkabine für 15 Personen hat eine ovale Grundfläche. Die Seiten sind durch eine leicht gerundete Wandverkleidung mit breitem Fensterband geschlossen. Eine automatische Schiebetür regelt den Zu- und Abgang. Diese aerodynamische Kabinenform garantiert nicht nur eine hohe Windstabilität, sondern entspricht durch die elegante Formensprache dem aktuellen Trend zu stromlinienförmigem Design in der Produktgestaltung.

Die Umlaufbahn stellt eine Verbindung zwischen dem Grödental und der Seiser Alm her.
Das Hochplateau der Seiser Alm ist Teil des Naturparks Schlern. Sie gilt als die größte Alm Europas, in der Almwirtschaft gibt es im gesamten Alpenraum kaum eine zweite Alm von solchem Wert und so intensiver Nutzung. Die Seiser Alm weist auch eine besondere Alpenflora auf.

Das Grödner Tal erstreckt sich über eine Länge von etwa 25 km im Nordwesten der Dolomiten. Es beginnt bei Waidbruck und schiebt sich bis an das Sellamassiv vor (N/O). Hier entspringt der Grödner Bach, der das Tal durchfließt und bei Waidbruck in den Eisack mündet.
St. Ulrich ist der Hauptort von Gröden und liegt in einem etwas engem Talbecken auf 1236 m. Hier befindet sich auch das wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Zentrum des Holzschnitzertales.

Ermutigt durch die begeisterte Aufnahme der Seiser Alm–Bahn, beschloss Ing. Leo Demetz bereits 1936 einen Skilift nahe der Talstation der Pendelbahn zu errichten, um so dem zunehmenden Skisport einen weiteren Anreiz zu geben. Doch der Skilift zum Piza d’Ronce hatte einen schwierigen Start: Zunächst ließen die italienischen Behörden die in der Schweiz gefertigte Anlage nicht über die Grenze, weil die faschistischen Gesetze zur Sicherung der Autarkie des Landes die Einfuhr dieser Ware verboten. Kurz entschlossen heuerte Leo Demetz 14 Träger an, die ihm die Anlage in einer Nacht- und Nebelaktion Stück für Stück über die Grenze schmuggelten. Ohne weitere Schwierigkeiten seitens der Behörden konnte die Anlage dann auf den sog. „Ronce“-Wiesen aufgestellt werden – doch der erwartete Erfolg blieb aus. Die Vorstellung, dass zum „echten“ Skifahren auch das zu Fuß-Hinaufgehen dazugehörte, war in den Köpfen der Skifahrer tief verhaftet. Deshalb kam Leo Demetz die Nachricht von einem Ferienaufenthalt der zukünftigen Königin von Italien, Prinzessin Maria Jose, in Gröden wie gerufen. Sofort wurde die Prinzessin zu einer offiziellen Fahrt mit dem Skilift eingeladen, und die Einladung wurde von derselben bereitwillig angenommen. Viele Schaulustige und auch einige Journalisten hatten sich an dem auserwählten Tag eingefunden, um dem außergewöhnlichen Ereignis beizuwohnen. Doch bevor der Ehrengast die Fahrt mit dem neuartigen Transportmittel antreten sollte, wurde als Testfahrer ein anderer Skifahrer vorausgeschickt, der nach wenigen Metern hinfiel. Daraufhin entschieden die Herren des adeligen Gefolges sehr zum Missfallen des unternehmungslustigen Liftbetreibers, dass aus der geplanten Liftfahrt der Prinzessin nichts werden sollte mit der Begründung: “Una principessa non può cadere!“ Somit war die werbewirksame Probefahrt mit blaublütiger Besetzung an den Tücken der Technik gescheitert – der Siegeszug der Aufstiegsanlagen aber war auch durch solch unliebsame Episoden nicht mehr aufzuhalten.

Museum de Gherdëina: Das Grödner Heimatmuseum hat ihren Sitz in der „Cësa di Ladins“. Dieses Talmuseum vermittelt einen guten Einblick in das wertvolle Kulturgut des Grödner Tales und umfasst unter anderem eine reichhaltige Dokumentation der 300 Jahre alten Grödner Holzschnitzkunst, typisches altes Grödner Holzspielzeug, Gemälde bekannter Grödner Künstler, eine sehenswerte Mineralien- und Fossiliensammlung, bedeutende prähistorische Steinzeit-, Bronze- und Eisenfunde sowie Flora und Fauna des Dolomitengebietes.
Cesa di Ladins, Reziastraße 83
39046 St. Ulrich
Tel.0471/797554, Fax0471/789798
Öffnungszeiten:
Sommerzeiten:
im Juni
Di.-Fr. 14-18h / Do. 10-12h & 14-18h
Juli-August
Mo.-Fr. 14 – 18h / So. 14-18h
September – Mitte Oktober
Di.-Fr. 14-18h / Do. 10-12h& 14-18h

Winterzeiten:
vom 6.2. bis 16.3.
Di.-Fr. 14.30-17.30h

Anfahrt
Auto:
Brennerautobahn: Ausfahrt Klausen – Grödnertal – St. Ulrich
Staatsstraße S 12 von Norden kommend: Klausen Abzweigung Grödnertal S 242d – St. Ulrich
Staatsstraße S 12 von Süden kommend: Waidbruck Umfahrung Grödnertal S 242 – St. Ulrich

Zug:
Aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien gibt es gute IC- und EC-Verbindungen über München-Innsbruck-Brenner bis Brixen (evtl. Klausen oder Bozen), von wo ein Linienbusdienst Sie fast stündlich problemlos nach St. Ulrich bringt.

Flugzeug:
Flughafen Bozen (ca. 40 km)
Flughafen Innsbruck (ca. 120 km)
Flughafen Verona (ca. 190 km)

Wegbeschreibung
Eine Straßenkarte von St. Ulrich findet sich auf www.groeden.net/summer/deu/wandern.htm.

1999 – hydraulische Spannvorrichtung
Bei den 1999 errichteten Stationsanlagen sind die bisher gebräuchlichen Spanngewichte durch eine hydraulische Spannvorrichtung ersetzt worden, die direkt hinter dem Spannwagen agiert. Diese Neuerung bringt mehrere Vorteile mit sich: Ohne Spannschächte, -seile und -gewichte kann eine Station platzökonomischer errichtet werden, die periodische Wartung der Spannseile entfällt. Die hydraulische Spannvorrichtung wird in die Antriebsstation integriert.

Seilbahngesellschaft
Um den sprunghaft angestiegenen Fremdenverkehr in St. Ulrich Anfang der 30er Jahre weiter anzukurbeln, beschloss die 1934 gegründete Seilbahngesellschaft, eine Liftverbindung von St. Ulrich zur Seiser Alm zu errichten.

Ing. Louis Zuegg, Lana; Ing. Leo Demetz, St. Ulrich
Ing. Louis Zuegg wurde mit der Planung der Seilbahn beauftragt. 1929 hatte er ein erstes Projekt dafür erarbeitet, die hohen Kosten ließen die Verwirklichung der Bahn aber scheitern. Der vielversprechende Wirtschaftszweig Fremdenverkehr sollte aber dennoch durch eine attraktive Bahnverbindung mit der Seiser Alm nachhaltig gefördert werden. Während der folgenden 5 Jahre kam es zu technischen Neuerungen im Seilbahnbau. Diese ermöglichten es Zuegg, die Baukosten für die 1934 projektierte Anlage niedriger zu halten. Im Vergleich zu den 1.500.000 Lire hohen Baukosten von 1929 konnte die neuprojektierte Anlage, trotz größerer Förderleistung und höherer Fahrtgeschwindigkeit, für 900.000 L veranschlagt werden. Um das nötige Kapital aufzutreiben, wurden zunächst Aktien zu 1.000 L ausgegeben, die bald durch 500 L – Aktien abgelöst wurden. Im Sommer 1934 konnten die Bauarbeiten unter der technischen Leitung von Ing. Leo Demetz in Angriff genommen werden, und nach ca. sechsmonatiger Bauphase konnte die erste Seilbahn in Gröden ihrer Bestimmung übergeben werden.

Sitzungsprotokoll
Verbale dell’assemblea degli interessati alla costruzione della funivia Ortisei = Alpe die Siusi tenuta ad Ortisei. XII.
AutorIn: Sanoner, Luis
Herausgeber/Zeitschrift: Sitzungsprotokoll
Erscheinungsort: St. Ulrich
Erscheinungdatum: 15.05.1934

Gardena. Land und Leute
S. 15 ? 18; 26 ? 19.
AutorIn: Tanesini, Arturo
Erscheinungsort: Novara
Erscheinungdatum: 1949

La furnadoia Urtijei – Mont de Sėuc à abù 40 ani. In: Calender der Gherdėina
S. 98 – 101.
AutorIn: V., P.
Erscheinungsort: Urtijëi

Tourismusverband Seiser Alm – Schlerngebiet / Consorzio Turistico Alpe di Siusi-Altipiano dello Sciliar
Rosengartenstr. 2 / via Catinaccio 2
39040 Seis am Schlern / Siusi allo Sciliar
Tel: +39 0471 704122
Webseite: https://www.seiseralm.it

Tourismusverein St. Ulrich / Associazione turistica Ortisei
Str. Rezia 1
39046 St. Ulrich / Ortisei
Tel: +39 0471 796328
Fax: +39 0471 796749
E-mail: ortisei@valgardena.it
Webseite: https://www.valgardena.it/

Seilbahn St. Ulrich Seiser Alm AG
Str. Setil 9
39046 St. Ulrich / Ortisei
Tel: +39 0471 796218

https://www.val-gardena.net/de/wandern.asp
Eine Straßenkarte von St. Ulrich findet sich auf der vorliegenden Website.

https://naturparks.provinz.bz.it/de/naturpark-schlern-rosengarten