16. Seilbahnen Seceda

16. Seilbahnen Seceda

St. Ulrich
1961
Bergstation der Seilbahn St. Ulrich–Seceda. Foto Löbl, Bad Tölz/Oberbayern, 1989

Die Geschichte der Seilbahnen Seceda begann Ende der 1950er-Jahre mit dem Wunsch, das Wandergebiet rund um Seceda, Mastlè, Cisles und Stevia von St. Ulrich aus zugänglich zu machen. Nach der Gründung der Seilbahnen Seceda AG im Jahr 1960 entstanden zwei Seilbahnsektionen, die gemeinsam 1.200 Höhenmeter überwinden. Mit dem wachsenden Wintertourismus wurde das Gebiet kontinuierlich ausgebaut und modernisiert. Heute ist Seceda ein ganzjähriges Ausflugsziel mit eindrucksvollen Panoramen, vielfältigen Wander- und Skimöglichkeiten sowie der legendären, 10,5 Kilometer langen Talabfahrt „La Longia“. Als Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten steht Seceda für alpine Natur, sportliche Vielfalt und eine lange Seilbahntradition.

DATEN

Sammlung: Bergbahnen
Bezirk: Gröden
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Baubeginn: 1961
Inbetriebnahme: 1961
AuftraggeberIn: Seilbahn St. Ulrich Seceda AG
Projektant/Erfinder: Ing. Karl Hölzl
Erbauer/Konstrukteur: Hölzl, Lana

Die Geschichte der Seilbahnen Seceda AG beginnt in einer Zeit, in der der Blick in die Berge vor allem den Sommergästen gehörte. In den 1950er-Jahren entwickelte sich der Wunsch, einen grandiosen Aussichtsberg und zugleich den Zugang zum alpinen Wanderparadies Seceda–Mastlè–Cisles–Stevia zu erschließen; dies gab den ersten Impuls zum Bau einer Seilbahn von St. Ulrich auf die Seceda.
Die Bahn wurde ursprünglich ausschließlich für den Sommerbetrieb errichtet, um Wanderern und Erholungssuchenden den Zugang zum Hochplateau zu erleichtern. Doch schon wenige Jahre später setzte ein starker Anstieg des Wintertourismus ein – mit dem Skisport als neuem Motor der regionalen Entwicklung. Die Seceda entwickelte sich rasch zu einem beliebten Wintersportgebiet, was den Ausbau weiterer Anlagen und Pisten zur Folge hatte.
Nach zahlreichen Besichtigungen und Gesprächen zwischen lokalen Gewerbetreibenden und Seilbahnherstellern wurde am 26. Februar 1960 der Grundstein für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte des Grödner Tals gelegt: die Gründung der Seilbahnen Seceda AG durch neun Gründungsmitglieder aus dem Grödner Tal. Als erster Präsident wurde Anton Demetz „dl Baga“ gewählt, der dieses Amt fast zwei Jahrzehnte ausübte.

Bereits 1959–1961 entstanden die ersten beiden Seilbahnen – technische Meisterwerke ihrer Zeit. Diese beiden Sektionen überwinden gemeinsam 1.200 Höhenmeter.
– St. Ulrich–Furnes: Kabinen für 40 Personen, 2.550 m Länge, 480 m Höhenunterschied
– Furnes–Seceda: Kabinen für 30 Personen, 2.050 m Länge, 720 m Höhenunterschied.
1983 erfolgte der Neubau der Seilbahn Furnes–Seceda mit Kabinen für 60 Personen, 1999 der Neubau der Kabinenbahn St. Ulrich–Furnes und im Jahr 2000 der Bau der Rolltreppenverbindung vom Ortszentrum zur Talstation.

Die heutigen Anlagen stammen von den renommierten Herstellern Leitner (Sterzing) und Doppelmayr (ehem. Hölzl, Meran). Die architektonische Gestaltung wurde von Dr. Arch. T. Schmalzl (St. Ulrich) und später Dr. Arch. R. Dejaco (Brixen) übernommen.

Herzstück des Skigebiets, das u.a. auch weitere Liftanlagen wie Fermeda und Catores umfasst, ist die legendäre „La Longia“: eine etwa 10,5 km lange Talabfahrt, die von der Hochalm Seceda über Felsbänder, durch Wälder und enge Schluchten bis hinunter ins Dorf führt. Diese spektakuläre Strecke ist nicht nur bei Gästen beliebt, sondern stellt auch höchste Anforderungen an das Pisten-Team bei der Präparierung. Die geologische Vielfalt des Seceda-Massivs zieht Wissenschaftler, Fossiliensucher und Naturfreunde aus aller Welt an. Besonders beliebt ist die Plattform am Gipfelkreuz, unter dem kunstvoll geschnitzten Christus von Josef Bernardi d’Alesc, mit weitem Blick über Südtirol und die Dolomiten. Seit 2008, mit der Einbindung der Geislergruppe ins UNESCO-Weltnaturerbe, hat sich Seceda zu einem bedeutenden Aushängeschild der Dolomiten entwickelt.

Seilbahn St. Ulrich Seceda AG
Zur Realisierung des aufwendigen Projektes wurde die Gesellschaft „Seilbahn St. Ulrich Seceda AG“ gegründet, zu deren Mitgliedern Anton Demetz (Grödnerhof / St. Ulrich), Anton Comploj (Hotel Post / St. Christina), Adolf Senoner (Wolkenstein), Anton Senoner (Hotel Adler / St. Ulrich), Alois Schenk (St. Christina), Martin Demetz (Hotel Engels / St. Ulrich) und Ferdinand Stuflesser (St. Ulrich) zählten.

Projektunterlagen
Sämtliche Projektunterlagen sind im Büro der Seceda Seilbahn Ag aufbewahrt, ebenso Fotos des letzten Umbaus.

Neuer Führer von Gröden
Kulturgeschichtliches – Beschreibungen der Kurorte – Sehenswürdigkeiten – Touristische Auskünfte
AutorIn: Moroder, Egdar
Herausgeber/Zeitschrift: Vallagarina – Arti grafiche R. Manfrini S.p.A.
Erscheinungsort: Calliano (TN)
Erscheinungdatum: 1974

Zimmer frei. Das Buch zum Touriseum
Der Katalog zum Tourismusmuseum Schloss Trauttmannsdorff, Meran.
AutorIn: Rohrer, Josef
Verlag: Athesia
Erscheinungsort: Bozen
Erscheinungdatum: 2003

http://www.seceda.it/deutsch/lacurta.htm
Seit dem Jahr 2000 gibt es eine Fußgängerverbindung zwischen dem Ortszentrum von St. Ulrich (Antoniusplatz) und der Talstation der Seceda-Seilbahn.
Der Tunnel und ist rund um die Uhr geöffnet, die Rolltreppen sind in den Nachtstunden nicht in Betrieb. Die Anlage besteht aus 6 Rolltreppen (3 berg- und 3 talwärts) und überdachten 4 Laufstegen im Tunnel (2 berg- und 2 talwärts).
Gesamthöhenunterschied: 59 m
Gesamtlänge: 295 m

http://www.seceda.it/index.htm
Die offizielle Website der Seilbahnen Seceda AG mit Preisliste und Öffnungszeiten.

http://www.valgardena.it/
Ausflugsziele, Unterkünfte, Sportangebote und Veranstaltungen im Grödnertal finden sich auf der Website des Tourismusverbandes Gröden.

http://www.provinz.bz.it/natur/2803/parke/pues/Default.htm
Das Amt für Naturparke der Autonomen Provinz Bozen bietet umfassende Informationen zu Lage, Geologie und Wasserhaushalt, Lebensräumen, Bewohnern, Wandermöglichkeiten und Einrichtungen dieses Naturparks.

http://www.groeden.net/summer/deu/wandern.htm
Straßenkarte von St. Ulrich

http://www.museumladin.it/
Das ladinische Museum befindet sich im Schloss Ciastel de Tor in in St. Martin in Thurn. Es gibt umfassenden Einblick in Geschichte und Gegenwart der Dolomitenladiner, in deren Sprachgebrauch und -formen und auf die Wechselbeziehung zwischen Landschaftsformen und Lebensweisen.
Das Museum befindet sich im Gadertal, etwa 40 km von St. Ulrich entfernt.

Seilbahn Seceda AG / Funivie Seceda S.p.A.
Anatolstr. 2 / Via Val D’anna 2
39046 St. Ulrich / Ortisei
Tel: Zentrale – +39 0471 796531; Kasse – +39 0471 789688
Handy: +39 335 6376001
E-mail: info@seceda.it
Webseite: https://www.seceda.it

Tourismusverein St. Ulrich / Associazione turistica Ortisei
Str. Rezia 1
39046 St. Ulrich / Ortisei
Tel: +39 0471 796328
E-mail: ortisei@valgardena.it
Webseite: https://www.valgardena.it/