25. Sesselbahn Obereggen–Oberholz

25. Sesselbahn Obereggen–Oberholz

Deutschnofen
1970
Luftansicht von Obereggen mit der Latemargruppe im Hintergrund

Obereggen hat sich seit den frühen 1970er-Jahren von einem bäuerlich geprägten Bergort zu einem bekannten Wintersportzentrum entwickelt. Der Mut und die Weitsicht seiner Gründer legten den Grundstein für das heutige Skicenter Latemar mit modernen Aufstiegsanlagen, abwechslungsreichen Pisten und hoher Schneesicherheit. Zahlreiche technische Innovationen und das traditionsreiche Europacuprennen machten Obereggen weit über die Region hinaus bekannt. Trotz dieser Entwicklung ist das Gebiet am Latemar ein naturverbundenes Skigebiet im UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten geblieben.

DATEN

Sammlung: Bergbahnen
Bezirk: Deutschnofen
Aktueller Zustand: betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich: Ja
Inbetriebnahme: 12.1970

Zu verdanken ist die Entwicklung dem Mut und der Weitsicht der damaligen Gründer, die sich Ende der 1960er-Jahre nicht davon entmutigen ließen, für ihren „Größenwahn“ belächelt zu werden, und die stattdessen felsenfest an das Potenzial eines Skigebietes unter dem Latemar glaubten und – rückblickend mit beeindruckendem Feingefühl – die Pistentrassen planten. 1970 wird formell die Aktiengesellschaft Obereggen gegründet. Immer wieder fiel das Skigebiet Obereggen durch mutige Investitionen mit Vorreitercharakter auf.

Zum Beispiel war das Anfang der 1970er-Jahre so, als der OberholzZweiersessellift gebaut wurde, der für damalige Verhältnisse gewaltige 1,9 km überwand, noch dazu mit Talantrieb. Pionierhaft war auch, als man Anfang der 1980er-Jahre in der Urzeit der technischen Beschneiung begann, mit Schneeerzeugern zu experimentieren. In Obereggen wurde gewissermaßen der heutige Weltmarktführer Technoalpin geboren, denn die Technoalpin-Gründer Walter Rieder und Georg Eisath waren Mitarbeiter der Obereggen AG. 1985 fiel Obereggen durch den Bau von Italiens allererstem automatischen Vierer-Sessellift auf. Zwei Jahre später öffnete in Obereggen Italiens erster fixgeklemmter Vierer-Sessellift. 1990 wurde am Obereggen-Lift Italiens erstes Förderband eingerichtet. In der Saison 2000/01 konnte zum ersten Mal auch am Abend bei Flutlicht Ski gefahren und gerodelt werden. In Architekturkreisen machte sich Obereggen jüngst mit dem Bau der Oberholzhütte im Jahr 2016 und des Après-Ski-Lokals Loox  (2019) einen Namen, mit denen mutige Ausrufezeichen gesetzt wurden.

Dezember 1970: Obereggen ist ein verschlafener Bergort, in den sich im Winter niemand verirrt. Die einzige Einkehrmöglichkeit, der Gasthof Obereggen mit seinen 20 Betten, hat nur im Sommer geöffnet. Obereggen ist bäuerlich geprägt, so wie die gesamte Gemeinde Deutschnofen. Viele junge Leute wandern auf der Suche nach Arbeit ab. Der Tourismus spielt eine untergeordnete Rolle. 50 Jahre später ist Obereggeen ein weitum bekannter Skiort. Als Teil des Skicenter Latemar mit den drei Einstiegsmöglichkeiten in Obereggen, Pampeago und Predazzo bietet es den Wintersportlern 49 Pistenkilometer, 18 Aufstiegsanlagen und zahlreiche Skihütten. Aus dem einsamen 20-Betten-Betrieb sind 20 Beherbergungsbetriebe mit rund 850 Betten geworden. Das Skigebiet Obereggen hat dazu beigetragen, aus dem abwanderungsgefährdeten Deutschnofen eine wirtschaftlich blühende Gemeinde zu machen, in der der Tourismus – im Sommer wie im Winter – eine wichtige Rolle spielt. Allein im Jänner kommen mehr als drei Mal so viele Gäste nach Deutschnofen wie vor 50 Jahren während des gesamten Jahres.

Was vor 50 Jahren zunächst mit einem einzigen Lift begann – 1972 mit dem Ebenlift –, ist heute ein Skigebiet, das bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen beliebt ist und mit nunmehr sieben modernen Aufstiegsanlagen punktet, mit Pisten jeglicher Schwierigkeitsgrade, mit Schneesicherheit – und mit Schneequalität. Regelmäßig zeichnen Testportale Obereggen für eine Pistenpräparierung aus, die ihresgleichen sucht.

Obereggen ist zudem seit 1983 alljährlich im Dezember Schauplatz des ältesten Europacuprennens der Welt, was dem Skiort die Betitelung „Kitzbühel des Europacups“ eingebracht hat.

Trotz der modernen Infrastrukturen ist das Skigebiet rund um den Latemar ein kleines Naturparadies geblieben, das von sich behaupten darf, Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten zu sein.