Süd- und Osttiroler Architekturstudenten der Uni Wien, Innsbruck und Graz, möchten anhand ausausgestellter Projekte den baukünstlerischen Dialog in der Gesellschaft fördern Dem Kuratorium für technische Kulturgüter ist die Aufwertung der Südtiroler Bahnhofslandschaft seit je her ein besonderes Anliegen. Dass Architekturstudenten gerade die Lok-Remise am Innichner Bahnhof zum Schauplatz der Ausstellung ihrer Arbeiten gewählt haben, trägt dazu bei, dieses technikgeschichtliche Juwel in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken. Die aus der Pionierzeit des Eisenbahnbaus (1871) stammende hölzerne Lokremise ist durch einen in Mauerwerk realisierten Bau in den achziger Jahren zwar ersetzt worden, in der architektonischen Linienführung jedoch der Grundstruktur gemäss Plänen des Südbahnarchitekten Wilhelm v. Flattich treu geblieben. Die Remise, in der es für drei Loks Platz gibt, bildet mit dem wertvollen Bahnhofsbau und dem technisch interessanten, noch vorhandenen Wendestern ein sehr schönes Ensemble. Der von verschiedener Seite geäusserte Wunsch, historische Bausubstanz im Original zu bewahren und einfach erlebbar zu machen, muss voll unterstützt werden. Der Bahnhofs-Bestand ist so wertvoll, dass auf der Pustertaler Bahnstrecke eine einmalige Chance besteht, eine authentische Bahnhofsmeile im Sinne eines natürlichen Umgangs mit historischer Bausubstanz zu realisieren und die Bahnhöfe selbst attraktiver zu gestalten. In diesem Kontext wird die Studenteninitative, bei der angehende Pustertaler ArchitektInnen aus Süd- und Osttirol bis zum 5. August 05 ihre Arbeiten zeigen, vom Kuratorium voll unterstützt. „“Die neuen Ideen der zukünftigen Architekten sollen der einheimischen Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Damit soll auch der baukünstlerische Dialog regional und überregional angekurbelt werden. Angestossen werden soll die Kommunikation zwischen angehenden Architekten und der Bevölkerung – die Lokremise als eine Schnittstelle zur Förderung des Informationsaustausches „“, so die Architekturstudenten. „“Im Vergleich zu benachbarten Regionen gibt es bei uns noch keine Plattform für fachliche Architekturkritik, die ?R i mess a? will ein Anfang sein. Architekten gelten landläufig als alles wissende Zampanos- arrogant und egozentrisch. Gegenbeispiele, die Bauen als kulturelle Aufgabe sehen, sollen gezeigt werden für Bauherren als ?Kulturtäter?, meint Michael Edler von der Studenteninitiative.