Die Erhaltung der Industriekultur verpflichtet. Sie hat unseren Alltag entscheidend mit geprägt, meinte von Miller gegenüber dem Meraner Bürgermeister Januth. Auf den Spuren ihres weltberühmten Grossvaters, Oscar von Miller, Strompionier und Gründer des Deutschen Museums in München, ist der Südtirol-Besuch von Marie von Miller in den vergangenen Tagen zu einer Entdeckungsreise der Südtiroler Industrie- und Technik-Kultur geworden. Besonders beeindruckt war Marie von Miller vom Wirken ihres Grossvaters, als sie gemeinsam mit dem Meraner Bürgermeister Günther Januth, Etschwerke-Direktor Siegfried Tutzer und Prof. Christoph Hölz von der Universität Innsbruck sowie Wittfrida Mitterer vom Kuratorium das Kraftwerk Töll besichtigte. Das von der Etsch gespeiste und heute top fitte E-Werk war das erste grössere Kraftwerk in Südtirol, das 1898 ans Netz gegangen ist. Oscar von Miller gelang es damals die Städte Bozen und Meran für den Bau zu begeistern. Im Kraftwerk Töll erinnert heute eine Gedenktafel an den Vorreiter der Stromerzeugung, der mit Henry Ford oder Thomas Alva Edison in Kontakt war. Nach dem Bau des Vorzeigeprojekts der Brennerwerke bei Matrei, die kurz vor der Zentrale auf der Töll die Wasserkraft der Sill nutzten, war das Eis gebrochen: von Miller plante für die Etschwerke die Töll, das Kraftwerk am Eingang ins Eggental und für die Brunecker Stadtwerke. Zum 150. Geburtstag von Millers hat das Deutsche Museum in München eine Ausstellung veranstaltet, bei der auch sein Lebenswerk besonders gewürdigt wird. Seine Enkelin Marie von Miller, die dem Verwaltungsrat des Deutschen Museums angehört, verwies auf historische Dokumente, wonach das Kraftwerk Töll einen besonderen Stellenwert einnimmt und für die Gründung des Verbundnetzes der E-Werke im deutschen Raum bedeutsam war. ?Die wilden Gewässer nutzbar machen, von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt?, steht auf einer alten Bronzetafel zu lesen, auf der die Grenzen des Einzugsgebiet abgesteckt sind, in dem von Miller tätig war. Marie von Miller, eine der vier Töchter des einzigen von Miller-Sohns Rudolph, besuchte auch Kardaun mit Schloss Karneid, das seit 1860 in Famlienbesitz ist. Für die Arbeit des Kuratoriums fand sie anerkennende Worte, da hiermit der Blick für technisches Kulturgut geschärft werde, das uns und unseren Alltag entscheidend geprägt hat. Marie von Miller fühlt sich selbst der Erhaltung der Industriekultur verpflichtet.