Altösterreichische Laternen auf der Bozner Wassermauer werden restauriert

Schulprojekt zur Erhaltung und Aufwertung des Ensembles angelaufen. Die Beleuchtung an der Bozner Wassermauerpromenade wird restauriert. Das historische Ensemble aus der Stunde Null der Etschwerke, Anno 1898, wird im Abschnitt Talfergries-St.Anton lupenrein erhalten. Es soll daher als solches so belassen werden, und zwar sowohl was die Laternen selbst betrifft, als auch das Umfeld samt Lichtintensität und Stimmung. In diesen Tagen wird auf Initiative des Kuratoriums und mit Unterstützung der Gemeinde Bozen, Amt für Strassenbau, Ing. Paolo Daloli, an den Laternen bereits fleissig gearbeitet: 16 motivierte Schüler der Gewerbeoberschule unter der Leitung von Ruggero Menegon sind mit Stahlbürsten am Werk, um in einem ersten Durchlauf Rostablagerungen zu entfernen. Es folgen die Ausbesserung der beschädigten Email-Teller und die Montage von Schutzgläsern rund um die alten Glühbirnen. Im letzten Arbeitsschritt wird der Anstrich vorgenommen. Dem gesamten Arbeitsablauf ist bereits im Vorjahr im Rahmen verschiedener Lokalaugenscheine eine Istzustandsanalyse und historische Recherche vorangegangen, die von Studenten und Kuratorium gemeinsam durchgeführt wurden. Das Schulprojekt wird entsprechend der didaktischen Ausrichtung von den verschiedensten Fachlehrern mitbetreut, um so eine fächerübergreifende Wissensvermittlung zu erzielen. Im Geschichte- und Wirtschaftskunde-Unterricht soll das Projekt vertieft werden. Um das gesamte Projekt von Anfang bis Ende wirkungsvoll festzuhalten und später zu vermitteln, werden sämtliche Schritte fotografisch vom Kuratorium dokumentiert, so auch die Standfestigkeitsproben von Laternenpfahls, Fundament und Beleuchtungskörper. Erklärtes Ziel ist die unveränderte Beibehaltung des Ensembles auf der Wassermauer, die erstmals 1277 urkundlich erwähnt wurde: die historischen Originale bleiben integral erhalten, ebenso Anzahl und Positionierung der Lampen. Auf Vorschlag des Kuratoriums soll der Schauplatz im Einzugsbereich von Talfergries ? St. Anton und dessen originale, besonderen Lichtverhältnisse durch entsprechende Information an Ort und Stelle vermittelt werden. Die Gemeinde Bozen hatte bereits voriges Jahr nach einem Kuratoriumsappell die Idee, die beschädigten Original-Lampen durch historisierende Nachgüsse zu ersetzen, fallen gelassen. Gemeinsam soll jetzt ein Zeichen gesetzt werden, um den Wert dieses einmaligen historischen Ensembles auch in die neuen Generationen hineinzutragen und den Beitrag der Jugendlichen lebendig zu halten. Die gesamte Aktion soll am Vorweihnachtstag, am 23. Dezember 2005, mit einem feierlichen Akt (eventuell anstelle der Künstlerbrücken) vor Ort der Stadt und ihrer Bevölkerung zu übergeben werden.