26. Bahnhof Marling
Der Bahnhof Marling ist durch seine Lage integraler Bestandteil des Ortsbildes. Die vorbildliche Sanierung des historischen Gebäudes steht in engem Dialog mit dem modernen Haltepunkt. Die Hanglage eröffnet einen großzügigen Blick in den talseitigen Landschaftsraum. Im Bereich der Bahnsteige ermöglichen große Sichtfenster den Wartenden eindrucksvolle Ausblicke auf die Passerstadt Meran. Im Jahr 2014 wurde der Bahnhof Marling als „Bahnhof des Jahres“ in Südtirol ausgezeichnet.
DATEN
Das Aufnahmegebäude folgt einem symmetrischen Grundriss mit einem Mitteltrakt unter einem Krüppelwalmdach und zwei Seitenflügeln unter Satteldächern. Im südlichen Seitenflügel wurden der Warte- und der Schalterraum untergebracht; vorgelagert ist eine hölzerne Loggia mit flachem Satteldach. Der unterkellerte Mitteltrakt sowie der kürzere nördliche Seitenflügel dienten als Wohnungen für das Bahnpersonal. Das nicht ausgebaute Dachgeschoss mit kleinen Giebelfenstern ist über eine Treppe vom Mitteltrakt aus zugänglich. Das Gebäude wurde aus verputztem Mauerwerk errichtet und mit Lisenen sowie fein profilierten Fenster- und Türgewänden gegliedert. Sorgfältig detaillierte Holzarbeiten charakterisieren die Dachkonstruktionen. Nördlich des Aufnahmegebäudes entstand eine Lagerhalle in reiner Holzbauweise unter einem Satteldach. Südlich des Bahnhofs wurden 1928 nach Plänen von Angiolo Mazzoni Wohnungen für Eisenbahner errichtet.
Im Rahmen der Elektrifizierungsarbeiten der Vinschger Bahnstrecke wurde der Bahnhof Marling im Jahr 2018 umfassend umgebaut. Dazu gehörten der Neubau eines Außenbahnsteigs, die Errichtung einer Fußgängerunterführung mit Aufzügen, die Verlängerung der Bahnsteige sowie der Ausbau sanitärer Einrichtungen.
Nachdem die Bahnstrecke eine Linkskurve beschrieben hat und die Schnellstraße sowie die Etsch überquert wird, erreicht man den Bahnhof Marling, einenhalb Bahnkilometer von Algund entfernt. Er liegt an der Ortsverbindung Forst–Marling und ist Teil der Marlinger Strompromenade „Oskar von Miller“.
Vinschgauer Bahn AG.(konstituiert aus der Bozen-Meraner Bahngesellschaft und den k.k. Staatsbahnen, konzessioniert am 7. Juli 1903)
Heutige Eignerin: Infrastruktur: Land Südtirol / Gebäude: Land Südtirol, bis 2034 Nutzungskonzession für die Gemeinde Marling
Informationen und Zitate:
Bestandsaufnahme Vinschgerbahn durch die Autonome Provinz Bozen-Südtirol, Landesverwaltung, Abtlg. Denkmalpflege unter dem Abtlg. Direktor Dr. Helmut Stampfer, Bozen, 2000
Carmen MÜLLER; Meran-Mals, Vinschgau – auf den Spuren einer stillgelegten Bahnstrecke folio-, Verlag Wien Bozen, 2001
Hans WIESER, Bevor die Lok dreimal pfeift… – Gedanken zur Vinschgerbahn, Videodokumentation RAI Bozen
Elisabeth BAUMGARTNER, Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol, Innsbruck, Haymon, 1990
Wittfrieda MITTERER Hrg., Zeitzeichen der Technik, Edizione Raetia, Bozen, 1993
Hans-Jürgen und Carlo ROSENBERGER, Die Eisenbahnen in Südtirol, Athesia, Bozen, 1993
Nutzungskonzepte für verwaiste Bahnhöfe, Text: Elisabeth BAUMGARTNER, Koordination: Wittfrieda MITTERER; Kuratorium für Technische Kulturgüter; Bozen, 2002
Auskunftspersonen:
Dr. Klaus KEMENATER, Geschäftsführer der STA, Bozen
Radames PANDINI, Bauabteilung der FS, Bahnhof Bozen, Planarchiv
Südtirol – Etschtal
Nörderstr. 28
I-39020 Marling
STA (Infrastruktur)
Gerbergasse 60
I-39100 Bozen
Tel: 0039-0471-312811
Webseite: http://
SAD (Fahrbetrieb)
Italienallee 6/N
I-39100 Bozen
Tel: 0039-0471-450111
Webseite: http://





