09. Die Drehscheibe von Franzensfeste

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09. Die Drehscheibe von Franzensfeste

Franzensfeste
1871
Drehscheibe zum Wenden von Lokomotiven am Südende des Bahnhofsareals von Franzensfeste. Lichtinszenierung von Christian Bartenbach, Innsbruck

Der landesweite Technikparcours entlang der Südtiroler Radwege ist um eine bedeutende Attraktion reicher: Die historische LokomotivenDrehscheibe, die nach dem Bau der Pustertalbahn im Jahr 1871 den Dampflokomotiven zum Wenden diente, konnte erhalten und denkmalgerecht wiederaufgebaut werden. Ursprünglich am Nordende des Bahnhofs Franzensfeste gelegen, wurde sie verlegt, um dem Südportal des Brennerbasistunnels Platz zu machen.

Die Drehscheibe, die bis 1970 in Betrieb war, ist auch heute noch voll funktionsfähig. Über ein Zahnradgetriebe kann sie manuell per Kurbel bedient werden.

DATEN

Sammlung: Bahnen
Bezirk: Franzensfeste

Die Drehscheibe, die bis 1970 in Betrieb war, ist auch heute noch voll funktionsfähig. Über ein Zahnradgetriebe kann sie manuell per Kurbel bedient werden. Ihre Konstruktion besteht aus genieteten Gussstahl-Fachwerkträgern, misst 18,18 m im Durchmesser und bringt rund 30 Tonnen auf die Waage.

Das charakteristische und intakte, 1,10 m hohe Sichtmauerwerk wurde am ursprünglichen Standort sorgfältig abgetragen und mithilfe eines detaillierten Fotoplanes originalgetreu am Südende des Bahnhofs rekonstruiert – ein Beispiel gelungener Anastylose, das die historische Bedeutung dieses technischen Bauwerks unterstreicht. Für eine stimmungsvolle Inszenierung in den Abendstunden sorgt eine gezielte Beleuchtung des Technikschauplatzes am Eisacktaler Radweg. Geplant ist zudem eine Anbindung der Drehscheibe an das bestehende Schienennetz, um auch Schaufahrten zu ermöglichen.

Nach der Wiedereröffnung der alten Militärhaltestelle im Festungsgelände – das von der Pustertalbahn durchquert wird – ist die Festung Franzensfeste direkt per Bahn erreichbar.

Die Errichtung dieses neuen Technikschauplatzes wurde auf Initiative des Kuratoriums zur Gänze von der italienischen Bahn RFI finanziert.

Die Baukosten beliefen sich auf 300.000 Euro.