11. Druckerpresse „Klarissa“

11. Druckerpresse „Klarissa“

Brixen
1563
Die hölzerne Druckerpresse, weltweit älteste original nach Gutenberg erhaltene Druckerpresse, wird heute zu Schauzwecken in Betrieb genommen. Sie steht in der Buchhandlung A. Weger in Brixen.

Der Bahnhof von Brixen und sein Vorplatz bilden ein Mobilitätszentrum in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, zur Hofburg und zum Dom. Das Bistum Brixen und das frühere Bistum Säben sind eng miteinander verbunden. Das Bistum Säben war der Vorläufer des Bistums Brixen, dessen Bischofssitz im 10. Jahrhundert von Säben nach Brixen verlegt wurde.

Das mittelalterliche Straßennetz der Stadt entwickelte sich aus dem Verlauf der antiken Römerstraße und diente bereits 300 Jahre vor Inbetriebnahme der Brennerbahn als wichtiger Transportweg – etwa für die legendäre Klarissa, die älteste erhaltene hölzerne Druckerpresse der Welt. Sie gilt als eindrucksvolles Zeugnis für die technologische Innovationskraft des südlichen Tirols im Bereich der Kommunikation.

DATEN

Sammlung: Bahnen
Bezirk: Brixen

Das Technikjuwel, auf dem unter anderem Dokumente für das Trienter Konzil (1545–1563) gedruckt wurden, entstand um 1550 nach dem Vorbild der Gutenberg-Presse. Um 1563 gelangte die Druckerpresse unter Fürstbischof Christoph von Spaur nach Brixen, wo der aus Rovereto stammende Domkapitular und Drucker Donatus Faetius (Donato Fezzi) 1564 das erste nachweislich in Brixen erschienene Buch druckte – eine Schrift über den heiligen Stephanus. Einer dendrochronologischen Untersuchung zufolge wurde das Holz um 1550 im südalpinen Raum gefällt. In einen der Pfosten sind die Initialen M.G. eingeritzt – ein Hinweis auf den jüdischen Drucker Giacomo Marcaria aus Riva del Garda. Donatus Faetius hatte bis 1563 als Drucker bei Marcaria gearbeitet. Auf der eisernen Kurbel befinden sich hebräische Schriftzeichen.

Die „Klarissa“ war von 1564 bis 1829 in Brixen in Betrieb und wird heute noch gelegentlich zu Vorführzwecken genutzt. Sie befindet sich in der traditionsreichen Buchhandlung A. Weger, der ehemaligen fürstbischöflichen Hofdruckerei, mitten in der Brixner Altstadt. Auf Initiative des Kuratoriums für Technische Kulturgüter wird das Technikjuwel durch einen begehbaren  Glaskubus als Raum im Raum geschützt.